Pierre Péju – Die kleine Karthäuserin (Zitat)

Vollard hatte die Literatur nie als Entspannung angesehen und die Lektüre nie als Trost. Im Gegenteil. Wenn man wie wahnsinnig las, so wie er immer schon gelesen hatte, bedeutete das eher, daß man die Wunde eines anderen aufdeckte. Die Wunde eines einsamen Mannes, das Unbehagen einer einsamen Frau. Lesen bedeutete, in diese Wunde hinabzusteigen, sie zu durchlaufen. Hinter den Sätzen, noch hinter den schönsten, den meisterlichsten, waren immer Schreie zu hören.

Péju, Pierre: Die kleine Karthäuserin, 2007, Piper, Seite 124

Tobias O. Meißner – Barbarendämmerung (Zitat)

In den Städten herrschten andere Gesetze als draußen in den Wäldern, Sümpfen, Bergen und Steppen.

Menschen gaben sich diese Gesetze. Sie gaben sie sich selbst.

Aber sie brachen sie auch. Nach eigenem Gutdünken.

Wenn du reich warst, konntest du auf einem Schiff mitten im See tun und lassen, was du wolltest. Sogar Töten war dann kein Problem mehr. Also näherten sich die Gesetze, je wohlhabender jemand war, wieder den Gesetzen der Wälder und Steppen an. Er hatte erwartet, dass das anders sein würde. Genau umgekehrt. Je vornehmer, desto weiter entfernt von den Wäldern. Er fragte sich, wozu man die Wälder dann überhaupt verließ.

Meißner, Tobias O.: Barbarendämmerung, 2012, Piper, Seite 258

Gänsehaut pur!

When the hearthfire turns to blue,
What to do? What to do?
Run outside. Run and hide.

When his eyes are black as crow?
Where to go? Where to go?
Near and far. Here they are.

See a man without a face?
Move like ghosts from place to place.
What’s their plan? What’s their plan?
Chandrian. Chandrian.

Rothfuss, Patrick: The Name of the Wind, 2007, DAW Books, Seite 26 f.