Alan Weisman – Die Welt ohne uns

Alan Weisman beschäftigt sich in diesem Buch mit der Frage, wie unser Planet aussehen würde, wenn es den Menschen von heute auf morgen nicht mehr geben würde. Wenn wir alle einfach verschwinden würden, was würde aus unseren Hinterlassenschaften werden? Und wie lange würde die Natur brauchen, um sich von unserer Anwesenheit zu erholen?

Auf Basis von wissenschaftlichen Szenarien versucht Weisman die Fragen zu beantworten, die er selbst stellt. Obwohl er ergründen möchte, welche Zukunft sich unter den von ihm gesetzten Prämissen ergeben würde, kommt er doch immer wieder auf die Vergangenheit zu sprechen. Anhand des Zustands der Welt vor dem Auftauchen des Menschen versucht der Autor abzuleiten, wie die Welt nach uns aussehen würde. Zwar kann ich diesen Ansatz gut nachvollziehen, jedoch hatte ich an manchen Stellen den Eindruck, dass sich Weisman zu sehr in der Vergangenheit verliert und die Zukunft als ein Abbild davon darstellt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass er – nun ja – visionärer wäre. Bisher hat sich die Vergangenheit noch nie wiederholt, warum also sollte die Welt nach dem Menschen der Welt vor dem Menschen gleichen?

Gut gefallen hat mir der Aufbau des Buches. In 19 Kapiteln wendet sich Weisman verschiedenen Aspekten unseres Lebens zu – von dem, was aus unseren Häusern wird, wie lange Plastikmüll noch in den Weltmeeren herumtreiben wird und welche verheerenden Langzeitfolgen die Nutzung der Atomkraft birgt.

Insgesamt gesehen führt das Buch dem Leser anhand etlicher Beispiele vor Augen, welche Auswirkungen unser Handeln hat und wie lange die Natur vermutlich brauchen wird, um sich von unseren Einflüssen zu befreien. Trotz einiger Passagen, die sich für mich eher langatmig lasen, habe ich die Lektüre nicht bereut. Das ist mir 3 von 5 Polymeren wert.

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Daniel Falconer – Der Hobbit: Eine unerwartete Reise. Chroniken (1) – Kunst & Gestaltung

Passend zum ersten Kinofilm aus Peter Jacksons neuen Mittelerde-Trilogie basierend auf J.R.R. Tolkiens Roman „Der Hobbit“, erschien dieser Prachtband, in dem die Entstehung des Films näher aufgezeigt werden soll.

Obwohl Daniel Falconer als Autor des Buches genannt wird, so sind es doch in Wahrheit zahlreiche Personen, die dieses Buch geschrieben haben. Neben den Mitarbeitern bei Weta Workshop, wo Daniel Falconer als Art Director für den Hobbit tätig war, kommen auch Mitarbeiter von Weta Digita und 3 Food 7 Ltd. zu Wort. Diese vielen verschiedenen Stimmen stellen dem Leser den Entstehungsprozesses des Films vor und nehmen ihn mit auf eine Reise durch die vielen Schritte, die gegangen werden mussten, bevor die Kamera überhaupt das erste Bild aufzeichnen konnte.

Doch der Leser ist bei diesem Werk nicht nur auf die Rolle als Leser beschränkt, sondern er darf sich gleichzeitig als Betrachter der reichhaltig visualisierten Beiträge betätigen. Denn die zahlreichen Bleistiftskizzen, Computeranimationen, Fotos von diversen umgesetzten Entwürfen und schließlich den finalen Requisiten des Films sind die eigentlichen Stars des Buches, welche von den kurzen Beiträgen der an ihrer Entstehung beteiligten Künstler nur begleitet werden.

Als erster Band der Chroniken-Reihe von Weta bleibt dieser sehr allgemein gehalten und beleuchtet verschiedenste Aspekte, gemäß dem Thema „Kunst & Gestaltung“. So gibt es Abschnitte zu Kleidung und Schmuck der Elben, den Waffen der Zwerge, der Landschaft des Wilderland und zu den Orks des Nebelsgebirges. Im Gegensatz zu Brian Sibleys offiziellem Filmbuch, in welchem der Fokus mehr auf der Entstehung des Films im Sinne von den Dreharbeiten und der Tätigkeit der Schauspieler, der Kameraleute und der Regisseure liegt, kommen diese Personen in diesem Werk fast gar nicht zu Wort, wenn nicht gerade einer der Darsteller aus Thorins Zwergenschar sich eine besondere Waffe wünscht.

Dem künstlerischen Wert des Werkes wird dessen Aufmachung gerecht. Im ungewöhnlichen, aber gut lesbaren Querformat werden die Skizzen und Fotos auf vollfarbigen Hochglanzseiten abgedruckt. Abgerundet wird dies von der ausklappbaren Karte Thorins sowie dem vollständig abgedruckten Vertrag Bilbos zu Beginn bzw. Ende des Buches.

Wer schon Gefallen an den drei Büchern „Die Entstehung eines Filmkunstwerkes“ anlässlich der Verfilmung des Herrn der Ringe hatte, der wird auch nicht um dieses Werk herumkommen. Sehr zu meiner Freunde ist bereits der 2. Band der Chroniken-Reihe zum Thema „Geschöpfe & Figuren“ für April angekündigt. Ich vergebe sehr gute 4,5 von 5 hohen Schluchten.

Brian Sibley – Der Hobbit: Eine unerwartete Reise. Das offizielle Filmbuch

Da ich ein bekennender Fan von Tolkiens Mittelerde bin und mir auch die „Herr der Ringe“-Verfilmungen von Peter Jackson gefallen haben, war es für mich ein Muss, mir den ersten Teil der Verfilmung von „Der Hobbit“ im Kino anzuschauen.

Einige Tage später im Buchladen durchstöberte ich die Auslagen auf einem Hobbit-Thementisch und im direkten Vergleich zwischen Brian Sibley und Jude Fischer hat mich das Begleitbuch von Sibley spontan mehr überzeugen können, so dass es mit zu mir nach Hause durfte. Dort habe ich es dann auch wenige Tage später gelesen und kann vorwegnehmen, dass ich den Kauf nicht bereue.

Sibleys Buch zum Film stellt keine durch Fotos illustrierte Nacherzählung der Filmhandlung dar, sondern bietet einen Blick hinter die Kulissen und begleitet die Entstehung des Films. In vielen, meist doppelseitigen Beiträgen stellt der Autor die zahlreichen Hauptdarsteller (inkl. sämtlicher Zwerge) vor, lässt Maskenbildner, Kostümdesigner und andere, für die Optik der Charaktere und des Films insgesamt zuständige Personen zu Wort kommen und er beleuchtet auch die Kreation von Spezialeffekten und den Einsatz von 3D-Kameras. Man erhält als Leser quasi eine schriftliche Führung durch den Bereich hinter der Bühne.

Unterlegt wird diese Tour durch viele, oft ganzseitige Farbfotos aus dem fertigen Film wie auch von Bleistiftskizzen, Schnittmustern, Stoffproben und weiteren Schritten auf dem Weg zum endgültigen Design. Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass Sibley oftmals die Beteiligten selbst zu Wort kommen lässt, indem er aus Interviews zitiert oder Anekdoten, die er selbst erlebt hat, zum Besten gibt.

Als Ergänzung zum Kinofilm ist dieses Buch für alle Interessierten sehr gut geeignet und ich kann es für einen Blick hinter die Kulissen (oder den Bluescreen) nur empfehlen. Wer sich jedoch im Wesentlichen für die Kunst des Hobbits interessiert, der dürfte mit dem Prachtband von Weta Workshops „Chroniken: Kunst & Gestaltung“ besser beraten sein, da dort mehr auf den künstlerischen Prozess eingegangen wird (Details folgen in einem separaten Blogpost). Für dieses Buch vergebe ich gutgelaunte 4 von 5 Wohnhöhlen der Neubausiedlung „Hobbingen“.

Jonas Wolf – Alles über Hobbits

Die Kopfzeile des Rückentextes „Das gesammelte Hobbit-Wissen in einem Band“ verspricht vollmundig etwas, das ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte. Schließlich sind die Hobbits eine von Tolkien erfundene Art von Fantasiewesen, die das Auenland in Mittelerde bevölkern. Oder existieren die Hobbits doch in unserer Welt?

Jonas Wolf ist ein selbsternannter Hobbitforscher, der fest daran glaubt, dass die Hobbits die Zeiten überdauert haben und aus Tolkiens Mittelerde, das eine ferne Vergangenheit unserer Welt darstellt, bis in unsere Zeiten überdauert haben und nun im Verborgenen leben. Bevor er jedoch den geneigten Leser mit Argumenten für diese These konfrontiert, fasst er im ersten Abschnitt des Buches nochmals zusammen, was über die Hobbits bereits bekannt ist. Da seine Quellen hauptsächlich Tolkiens Bücher sowie die Verfilmungen von Peter Jackson sind, erlebte ich viele Dejá-Vus. Neues Wissen konnte mir der Autor hier nicht vermitteln, aber das vorhandene hat er thematisch geordnet und in eine komprimierte Form gebracht. Als Nachschlagewerk dürfte sich dieser Abschnitt daher sehr gut eignen.

Im zweiten Abschnitt des Buches spürt Wolf den Wurzeln der Hobbits nach und stellt dabei zahlreiche andere „kleine Völker“ vor, die in anderen Büchern sowie in Legenden und Sagen von überall her rund um den Erdkreis vorkommen. Dies als Basis nutzend führt er aus, dass bei so einem reichen Schatz an Verweisen auf sog. Halblinge und andere kleine Wesen die Existenz des Hobbits nicht pauschal ins Reich der Mythen verwiesen werden darf.

Anschließend referiert der Autor über den stillen Heldenmut der friedliebenden Hobbits und gibt zahlreiche Beispiele dafür (wiederum aus Tolkiens Büchern und Jacksons Filmen entnommen), unter welchen Umständen sie über sich hinauswachsen können.

Im vorletzten Abschnitt schließlich entfernt sich Wolf von seinen zwei mageren Hauptquellen über Hobbits und stellt vor, in welchen Spielen, Büchern, Filmen und in welchen Medien Hobbits sonst noch vorkommen. Ja sogar Hobbitskekse finden hier Erwähnung!

Den Abschluss bildet ein kleiner Hobbitalmanach, in dem detailliert erklärt wird, was man beachten sollte, falls man auf ein Hobbitfest eingeladen wird oder sogar selber als Gastgeber auftritt, der Hobbits zu seinen Gästen zählt.

Wer nach diesen ganzen Ausführungen über das Volk der Hobbits nun am Grübeln ist, ob es die Hobbits nicht doch tatsächlich geben sollte, der kann den am Ende des Buches abgedruckten Hobbittest ausfüllen und herausfinden, wie viel Hobbit in ihm selbst steckt.

Falls jemand, der diesen Text bis hierhin gelesen hat, oder auch nur anhand des Titels und des Erscheinungszeitpunktes meint, dass das Buch einzig deshalb erschienen ist, weil es so wunderbar auf der vom ersten Hobbit-Film ausgelösten Merchandisewelle mitschwimmen kann, der hat mit Sicherheit nicht völlig unrecht. Doch davon abgesehen bietet das Buch eine amüsante Darstellung des tolkienschen Hobbits sowie einen Überblick über ähnliche Fantasiewesen. Für die humorvolle Note sorgen Fußnoten, in denen sich Wolfs „Co-Autoren“, die Herren Christiansen und Plischke, zu Wort melden, Ansichten des Autors bestätigen, ihnen widersprechen oder sich über so manche Abschweifung Wolfs auslassen.

Als Fazit kann ich für mich ziehen, dass dieses Buch sicherlich kein Must-Have ist, auch nicht für Tolkien-Fans und „Herr der Ringe“-Fantatiker, es jedoch eine nette Ergänzung in der Bibliothek über Mittelerde darstellt und einige amüsante Stunden Lesespaß beschert. Das ist mir insgesamt 3,5 von 5 gut gefüllte Speisekammern wert.

Stephen E. Ambrose – Band of Brothers

Der amerikanische Historiker Ambrose beschreibt in seinem Sachbuch die Geschichte der Easy Company, einer Fallschirmjägergruppe der 101. Airborne Division der U.S. Army, die 1942 etabliert wurde und die mit der Operation „Overlord“, der Invasion der Normandie in den 2. Weltkrieg eintraten. Auf diesem Buch basiert die erfolgreiche HBO-Serie „Band of Brothers“.

Den Einstieg in dieses Buch fand ich ziemlich schwer, da ich überhaupt keinen Durchblick hatte, in welcher Einheit ich mich gerade befinde und wie sie in das ganze Organigramm einzuordnen war – Regiment, Battalion, Company, Platoon, … Nach einigen Recherchen bei Wiki wusste ich dann ungefähr, wie die Army aufgebaut war und welche Einheit Bestandteil welcher Einheit war.

Die fast 2jährige Ausbildung der Soldaten vor ihrem ersten Kampfeinsatz in der Normandie fand ich sehr anschaulich beschrieben und den Hass, den die Männer auf ihren kommandieren Captain Sobel entwickelt haben, der sie mit allen Mitteln schikaniert hat, konnte ich auch gut nachvollziehen. Allerdings haben die Männer teilweise später erkannt, dass Sobel sie durch seinen extremen Drill erst so richtig zusammengeschweißt hat und damit vielleicht einigen von ihnen das Leben gerettet hat. Diese differenzierte Darstellung zeichnet das Buch nicht nur in dieser Phase aus, sondern auch während der Kämpfe und der späteren Besatzungszeit in Deutschland und Österreich.

Als es dann nach der langen Vorbereitung endlich soweit war und der D-Day ausgerufen wurde, habe ich richtig mit der Easy Company mitgefiebert. Erstaunt war ich darüber, wie der Absprung der Männer „schief“ gegangen ist. Ich war der (zugegebenermaßen unwissenden) Meinung, dass bei einer so wichtigen Operation kein Fehler unterlaufen dürfte, doch da ging ja etliches schief. Umso mehr kommt die außerordentliche Leistung der Easy Company zur Geltung, dass sie sich trotz der widrigen Umstände zusammengefunden und ihre Mission erfüllt haben. Während ich diesen Abschnitt las hatte ich einige Szenen aus dem Film „Der Soldat James Ryan“ vor Augen, wo später (oder war es in „Brothers in Battle, Best of Friends“?) erklärt wird, dass der Film auf einer Szene aus diesem Buch beruht.

Bei den Missionen, auf die die Männer im weiteren Verlauf des Krieges geschickt werden, lief es mir teilweise kalt den Rücken runter, insbesondere beim Kampf in Bastogne. Als sie dann nach Monaten, die wie eine Ewigkeit gewirkt haben müssen, endlich deutschen Boden betraten, war ich positiv überrascht wie wenig Hass sie der Zivilbevölkerung entgegen gebracht haben. Im Gegenteil: sie erkennen viele ihrer eigenen Charakterzüge in den Deutschen wieder – Fleiß, Ordnung, Sauberkeit. Doch spätestens als sie das KZ Landsberg befreien, wird allen klar, wofür sie eigentlich gekämpft und gelitten haben und wofür so viele ihrer Kameraden ihr Leben ließen.

Als der Krieg endlich vorbei ist, können die Männer der Easy Company dennoch längst noch nicht in ihre Heimat zurückkehren. Erst nach Monaten, während derer sie die Entwaffnung der dt. Armee überwacht und Besatzungsdienst übernommen haben, werden sie in die USA zurückbeordert. Was jedoch während dieser Monate nach dem offiziellen Ende des Krieges in Europa geschah, war teilweise schlimmer als der Krieg selbst. Wie muss man sich fühlen, wenn man den ganzen Krieg überstanden hat, nur um dann in einem Verkehrsunfall mit einem betrunkenen GI schwer verletzt zu werden? Oder von einem durchgedrehten GI in den Kopf geschossen zu werden?

Gelungen fand ich, dass das Buch nicht einfach mit dem Ende des Krieges bzw. des Einsatzes in Deutschland endet, sondern noch einen Ausblick auf die weiteren Leben der Männer zurück in den USA bietet.

Insgesamt gesehen bietet das Buch einen guten Überblick über das Entstehen und die Einsätze der Easy Company in 2. Weltkrieg. Anhand vieler Briefe, persönlicher Aufzeichnungen und veröffentlichter Bücher von Angehörigen der Easy Company versteht Ambrose es, den Krieg nicht aus der Vogelperspektive darzustellen, sondern ihn aus der persönlichen Sicht einiger weniger Männer begreifbar zu machen. Gerade diese Perspektive hat mich in ihren Bann gezogen und dementsprechend möchte ich nun mehr über die Männer wissen. Da einige von ihnen im Folge der HBO-Miniserie „Band of Brothers“ ihre Memoiren veröffentlicht haben, gibt es genügend Material um meinen Wissendurst zu stillen. Für den in diesem Buch vermittelten Überblick vergebe ich 3,5 von 5 Foxholes.

Yannick Monget – Die Erde, morgen

Der französische Wissenschaftler Yannick Monget beschäftigt sich in diesem Buch mit einem Thema, das ihm sehr am Herzen liegt: der gegenwärtigen Erderwärmung und welche Konsequenzen diese Entwicklung nach sich ziehen könnte.

Nach einer Einleitung beginnt der Autor mit einer Bestandsaufnahme, welche Klimaänderungen wir derzeit schon beobachten können. Neben der Erderwärmung, dem Abschmelzen von Gletschern und den polaren Eiskappen gehören auch die Zunahme von tropischen Wirbelstürmen und Tornados, häufigere Hitzewellen und ein Verstärken des El Niño-Phänomens dazu. In harten Fakten ausgedrückt zwingt er hier den Leser dazu, sich einzugestehen, dass man einige Veränderungen beim besten Willen nicht mehr leugnen kann, z.B. die Tatsache, dass die Anzahl von 391 verzeichneten Tornados im Rekordjahr 1995 in 2004 mit 1555 Tornados beinah vervierfacht wurde – und das in nur wenigen Tagen dieses Jahres.

In den folgenden 4 Kapiteln stellt er mögliche Zukunftsszenarien vor, die vom Anstieg des Meeresspiegels (durch das Abschmelzen der Festlandeismassen hervorgerufen) über eine neue Eiszeit in den nördlichen Breiten (verursacht durch die Abschwächung und schließlich den Stillstand des Golfstroms), das nächste Massenaussterben in der Geschichte der Menschheit bis hin zur Verwandlung der Erde in eine Gluthölle ähnlich der Venus reichen. Bei den Beschreibungen dieser Szenarien geht Monget aber nicht nur auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Berechnungen ein, die sie stützen, sondern er erwähnt auch kritische Stimmen.

Im letzten Kapitel schließlich wendet sich Monget möglichen Lösungen zu, die die von ihm aufgezeigten Szenarien verhindern könnten. Er unterscheidet hierbei in falsche Lösungen, wie beispielsweise die Atomkraft, die nicht nur gegenwärtig unkontrollierbare Risiken birgt, sondern mit der Lagerung von atomarem Müll auch die Zukunft belastet, und richtigen Lösungen, die er beispielsweise in der Windkraft sieht.

Untermalt wird dieses Plädoyer zur Rettung unseres Planeten von beeindruckenden, ganzseitigen Grafiken, auf denen der Autor seine vorgestellten Szenarien veranschaulicht. Auf diesen Fotomontagen kann man z.B. den Eiffelturm aus einem Meer herausragen sehen, in dem Paris nach dem Anstieg des Meeresspiegels verschwunden ist, oder ein Manhattan, welches von Schnee und Eis völlig beherrscht wird.

Diese Bilder waren der ausschlaggebende Grund, warum ich mir das Buch überhaupt gekauft habe und sie zu betrachten macht die Gefahr, in die wir sehenden Auges hineinlaufen, viel konkreter als es der wissenschaftlich korrekteste Fachtext jemals schaffen könnte. Dass auch Monget diesen Ansatz verfolgt, sieht man an der Verteilung seiner sehr gut lesbaren und keineswegs vor Fachbegriffen strotzenden Texte und der Bilder – ohne jetzt die Seiten nachzuzählen, nehmen die Fotografien mindestens die Hälfte dieses knapp 200 Seiten umfassenden Buches ein.

Wer von dieser Mischung auf Fakten und apokalyptischen Zukunftsszenarien aufgeweckt wurde und sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchte, der kann in am Ende des Bandes abgedruckten Literaturempfehlungen nach weiterführender Lektüre suchen.

Ich vergebe für dieses aufrüttelnde Werk, das den Lesern vor Augen führt, wohin uns unser momentan eingeschlagener Weg führen könnte, aber das auch deutlich sagt, dass es noch nicht zu spät ist, um unseren Kurs zu korrigieren, 3,5 von 5 tropischen Wirbelstürmen.