James Lovegrove – Age of Godpunk

Nachdem der britische Autor James Lovegrove 5 Romane seiner Pantheon-Reihe veröffentlicht hat, folgt mit „Age of Godpunk“ eine Sammlung von 3 Novellen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, was wäre wenn es die Götter wirklich gibt.

Enthalten sind:

  • Age of Anansi
  • Age of Satan
  • Age of Gaia

In „Age of Anansi“ wird der junge, aufstrebende Anwalt Dion vom afrikanischen Trickster-God Anansi heimgesucht. Als Realist weigert sich Dion erst, an dessen Existenz zu glauben, doch in seiner Kindheit hat ihm seine Großmutter die Legenden aus ihrer alten Heimat erzählt und so beugt sich Dion schließlich Anansi. Als dessen menschlicher Wirt macht er sich mit seinem Pasagier auf zu einem Wettkampf der Trickster-Götter, bei dem es darum geht, sich gegenseitig bloßzustellen und so den Besten zu ermitteln. Doch je weiter der Wettkampf voranschreitet, zu umso heftigeren Mitteln wird gegriffen.

Die Hauptperson in „Age of Satan“ ist Guy Lucas. Zu Beginn muss er sich auf einem englischen Internat neu einfinden, nachdem seine Mutter nach dem Tod von Guys Vater nach England zurückkehrte. Von einem Mitschüler wird Guy zu einer Teufelsbeschwörung überredet, um ihnen die Schulrowdies vom Leib zu halten. Zwar taucht Satan nicht persönlich auf, doch seitdem ist Guy davon überzeugt, dass er seine Seele verspielt hat und nun der Teufel hinter ihm her ist. Auch später als Jugendlicher und junger Erwachsener wird er von dieser Befürchtung heimgesucht und flieht vor ihr um die ganze Welt – bis er sich nach einem einschneidenden Erlebnis zum Kampf stellt.

Die Welt, wie sie in „Age of Gaia“ geschildert wird, könnte unsere Erde heute sein. Große Konzerne haben stellenweise mehr Macht als die Regierungen und mit ihrer Gier nach Profiten rücken sie der Umwelt zu Leibe. Einer der Tycoons, der wenig Rücksicht auf Umweltschutz nimmt, ist Barnaby Pollard, der ein Leben wie aus den Klatschzeitschriften führt. Doch als nach einer neuerlichen Ölpest der Protest der Umweltschützer zu sehr Druck auf ihn und seine Firma ausübt, lässt er sich von seinen PR-Beratern zu einer Gegenkampagne überreden, in deren Rahmen er die engagierte Öko-Journalistin Lydia kennenlernt. Obwohl sie überhaupt nicht der Sorte Frau entspricht, die er sonst um sich hat, ist er von ihr fasziniert – wegen oder trotz ihres Glaubens, dass man mit Mutter Natur nicht spaßen sollte.

Wie auch in den anderen Romanen der Pantheon-Reihe, so sind auch diese drei Novellen sich dahingehend ähnlich, dass sie alle von der Prämisse ausgehen, dass es Götter wirklich gibt und diese Einfluss auf die Welt nehmen können. Welche Götter das sind, wie sie ihren Einfluss ausüben und welche Ziele sie hegen, ist dabei von Mal zu Mal unterschiedlich, ebenso wie die menschlichen Protagonisten, die unter den Einfluss der Götter geraten. Auch die Erzählperspektive ist unterschiedlich – während Dion in „Age of Anansi“ ein Ich-Erzähler ist, wird von Guys und Pollards Erlebnissen aus Sicht eines personalen Erzählers berichtet. Da in den jeweils etwa 140 Seiten starken Novellen keine so umfangreichen Schilderungen des Worldsettings vorgenommen werden können, wie in einem Roman, behilft sich Lovegrove damit, dass er jeweils unsere Welt – oder eine Welt so ähnlich der unseren, dass wir keinen Unterschied merken – als Basis für seine Gedankenexperimente hernimmt.

Insgesamt gesehen haben mich diese drei Novellen ähnlich gut unterhalten wie zuvor schon die Pantheon-Romane und da es für mich dieses Buch der Wiedereinstieg ins Lesen nach einer längeren Pause war, hat mir auch die Länge der einzelnen Erzählungen sehr gut gepasst. Daher vergebe ich 3,5 von 5 geheimen Kellern.

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