Carsten Steenbergen – Teufelsacker

Als im 13. Jahrhundert auf den Kornfeldern bei Gleidebach zwei Fuhrleute bestialisch getötet werden und ein dritter nur knapp mit dem Leben davonkommt, glauben die Dorfbewohner an einen Dämon. Doch als die junge Katharina die Mönche des nahen Klosters um Unterstützung bittet, hat der Klostervorsteher nur den Umbau der Abtei im Sinn, um mit dem nahen Kölner Dom konkurrieren zu können. Doch Katharina erhält von unerwarteter Seite Hilfe – von Heinrich, dem Sohn des Landvogts, der im Kloster seine Lehrzeit absolviert. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis des Korngeists auf den Grund zu gehen und weitere Tote zu vermeiden.

Dieser Roman aus der Origin-Reihe des Feder & Schwert-Verlags war mal wieder ein Experiment für mich, denn obwohl ich schon häufiger Horror-Romane gelesen habe, so habe ich doch mit einem historischen Setting noch keine guten Erfahrungen gesammelt. Daher war ich skeptisch, worauf ich mich hier einlassen würde.

Gelungen finde ich die Charakterisierung der Hauptpersonen Heinrich und Katharina. Zu Beginn erscheint Heinrich als der eher weinerliche und verweichlichte Grafensohn und Katharina als die naiv-verliebte Bauerstochter, doch beide beweisen im Laufe der Handlung, dass mehr in ihnen steckt. Insbesondere Heinrichs Entwicklung hin zu mehr Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung wirkt auf mich plausibel.

Gut gelungen fand ich auch die Szenen, in denen der Korngeist auftaucht. Der erste Tote des Dämons wird noch ziemlich ausführlich beschrieben, aber schon sein zweites Opfer nimmt deutlich weniger Raum ein – schließlich weiß der Leser nun schon, wozu der Korngeist in der Lage ist, so dass eine erneute ausführliche Beschreibung des Blutbades nur noch effekthascherisches Splatter gewesen wäre – und dies vermeidet der Autor zum Glück.

Worüber ich mich jedoch während des Lesens maßlos geärgert habe, ist die Charakterisierung der auftretenden Mönche des Klosters, insbesondere des Abts und seines Stellvertreters. Ich kann die Beschreibungen nachvollziehen und die negativen Schlagzeilen unserer Zeit untermauern diese Darstellung, aber das ändert nichts daran, dass mich solche Charaktere maßlos aufregen. Das mag vom Autor so gewollt sein, aber für mich persönlich ist das ein Minuspunkt.

Abfalls eine schalen Nachgeschmack hinterlassen einige offene Fragen am Ende des Romans. Es sind keine weltbewegenden Dinge, doch Kleinigkeiten, über die ich noch länger geknobelt habe, ohne immer zu einem zufrieden stellenden Ende zu kommen.

Insgesamt bleibt so ein durchwachsener Eindruck – überzeugende Hauptfiguren und echter Grusel, ohne die Seiten in Blut zu ertränken, getrübt durch (für mich persönlich) äußerst ärgerliche Nebenfiguren und einige lose Fäden im Gesamtkunstwerk. Daher komme ich summa summarum auf 3,5 von 5 Garben.

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