George E. Koskimaki – D-Day with the Screaming Eagles

Die Invasion in der Normandie durch die alliierten Streitkräfte am 6. Juni 1944 stellt einen der Wendepunkte des 2. Weltkriegs dar. Tausende Soldaten verschiedenster Einheiten waren bei diesem Einsatz dabei. Für die Fallschirmjäger der 101. Airborne Division stellte dieser Einsatz ihre Feuertaufe als kämpfende Einheit dar. Der Autor dieses Buches, George E. Koskimaki, war einer dieser Männer.

Im Gegensatz zu den Büchern von und über die Männer der Easy Company oder auch den Erinnerungen von Burgett hat Koskimaki einen völlig anderen Ansatz gewählt, um die Ereignisse jenes Tages wiederzugeben. Er brachte nicht nur seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zu Papier, sondern auch die Dutzender anderer Männer aus allen Regimentern, Bataillonen und Kompanien der 101. Luftlandedivision. Dabei bedient er sich aus ihm zur Verfügung gestellten Briefen, Tagebüchern, mündlichen Berichten und auch später verfasster Niederschriften der Erlebnisse der Männer.

Diese Darstellungsweise hat sowohl Vor- als auch Nachteile aus meiner Sicht: vorteilhaft ist, dass man nicht nur auf die Erlebnisse und Sichtweisen einer oder weniger Personen beschränkt ist, sondern ein umfassenderes Bild erkennen kann und die einzelnen Puzzlestücke zu einem größeren Ganzen zusammengefügt werden. Nachteilig ist allerdings, dass man dadurch mit einer Vielzahl von Personen, Aktionen und Orten konfrontiert wird und darum kämpfen muss, die Zusammenhänge zu erkennen und nicht den Überblick zu verlieren.

Dem genannten Nachteil hat Koskimaki dadurch zu begegnen versucht, indem er das Buch in verschiedene Bereiche gliedert, die sich den einzelnen Regimentern und innerhalb der Regimenter den Bataillonen widmen. So beginnt er nach einer Einleitung mit den Pfadfindern, die noch vor den Fallschirmjägern abgesprungen sind, um die Absprungzonen zu markieren und damit den ihnen nachfolgenden Flugzeugen den Weg zu weisen. Einer übergreifenden Beschreibung der Vorbereitungsmaßnahmen und des Flugs über den Kanal bis zum Absprung über der Normandie folgen die einzelnen Missionen des 501. Regiments, des 502. Regiments und des 506. Regiments, wobei es zahlreiche Querverbindungen zwischen diesen Abschnitten gibt. Anschließend kommen auch die Gleiterpiloten und ihre Besatzungen zu Wort ebenso wie die von den Soldaten so genannten Engeln der Barmherzigkeit – Priester und Sanitäter.

Dem Titel des Buches folgend beschränkt Koskimaki sich zeitlich gesehen einzig und allein auf den 6. Juni als Tag der Tage – D-Day. Auf die darauf folgenden Tage, Wochen und Monate wird nur hin und wieder verwiesen, ohne diesbezüglich ins Detail zu gehen.

Insgesamt gesehen lässt mich dieses Buch etwas zwiegespalten zurück. Als Pluspunkt kann ich vermerken, dass ich nach den Büchern rund um die Band of Brothers und Burgetts Erinnerungen durch Koskimakis Sammlung von Erlebnissen vieler Männer eine bessere Vorstellung davon bekommen habe, welche Ausmaße der Einsatz der Fallschirmjäger hatte und wie es anderen Einheiten ergangen ist. Dieser Horizonterweiterung steht entgegen, dass mir die persönliche Bindung, die ich zu den Autoren oder porträtierten Soldaten in den vorgenannten Büchern aufbauen konnte, hier völlig gefehlt hat und die Einzelnen in der Masse an Namen und Berichten untergingen. Dementsprechend komme ich auf im Fazit auf 3 von 5 Hecken.

Für die nächste Lektüre über den 2. Weltkrieg stehen „D-day: June 6, 1944: The Battle For The Normandy Beaches” von Stephen Ambrose und “Overlord. D-Day and the Battle for Normandy” von Max Hastings zur Auswahl.

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