Ilona Andrews – Stadt der Finsternis (1) – Die Nacht der Magie

Die Söldnerin Kate Daniels lebt in einer Welt, die der unseren sehr ähnelt. Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass in diese Welt die Magie zurückgekehrt ist. Dies äußert sich jedoch nicht in der beständigen Verfügbarkeit von magischen Kräften, sondern die Magie kommt und geht in Wellen.

Die Mehrzahl ihrer Aufträge erhält Kate während der Phasen, in der die Magie gegenwärtig ist, denn sie ist keine normale Söldnerin, sondern ihre Aufgabe besteht darin, die Überreste der Magie nach einer Welle zu beseitigen – oder auch magische Kreaturen, die sich nicht an die Spielregeln halten.

Als ihr väterlicher Freund und Mentor Greg ermordet wird, beginnt Kate auch ohne offiziellen Auftrag zu ermitteln, da sie dies als ihre moralische Pflicht empfindet. Während ihrer Recherchen stößt sie nicht nur auf Aktivitäten von Vampiren, sondern wird auch in die inneren Auseinandersetzungen der Gestaltwandler unter ihrem charismatischen Anführer Curran hineingezogen.

Die Ich-Erzählerin Kate ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie ist frech und vorlaut, nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was sie denkt, aber sie ist keine Überheldin, sondern hat ihre Grenzen und kennt diese sehr genau – sowohl körperlich als auch seelisch. Der Tod ihres Mentors wirft sie ein Stück weit aus der Bahn und lässt vergangene Erinnerungen wieder hochkochen, die sie am liebsten verdrängen würde. Diese Erlebnisse bestimmen ihren weiteren Weg, der sie dazu bringt, sich als Ermittlerin in Gregs Fall zu behaupten.

Während der Ermittlungen selbst beweist Kate nicht nur Köpfchen, sondern auch ein untrügliches Gespür dafür, sich mit ihrem vorlauten Mundwerk in so manch brenzlige Situation zu manövrieren. Die daraus resultierenden Actionszenen waren flott geschrieben, aber ohne das es unübersichtlich wurde. Den Aktionen der einzelnen Personen konnte ich gut folgen – soweit ihr Handeln aus Kates Perspektive sichtbar war.

Neben der Magie und der Action sorgt eine Prise prickelnde Erotik zwischen Kate und Curran für die gewisse Würze. Gern las ich die spritzigen Dialoge zwischen diesen beiden sehr ungleichen Charakteren, bei denen sie sich gegenseitig nichts schenkten. Sehr zu meiner Freude hat sich Kate aber nicht Hals über Kopf in den gut gebauten Gestaltwandler verguckt, sondern sie bewahrt sich ihre Unabhängigkeit und bietet Curran Paroli.

Wie die Beziehung zwischen Kate und Curran ausgeht, bleibt am Ende des Buches offen, obwohl die Umstände von Gregs Tod aufgeklärt wurden. Ebenfalls ungeklärt bleibt das Geheimnis von Kates Herkunft und ihren besonderen Kräften. Ich gehe davon aus, dass uns beide Handlungsstränge auch in den nächsten Bänden der Reihe noch begleiten werden und diese Bände möchte ich unbedingt noch lesen. Denn neben der ansprechenden Kombination aus Mystery, Action und Erotik hat mich auch der Weltenentwurf begeistert.

Die Handlung spielt zwar in der bekannten Stadt Dallas, jedoch ist es ein anderes Dallas als das in unserer Welt. Das Wüten der Magie hat Spuren hinterlassen und viele Gebäude zum Einstürzen gebracht. Auch sieht man statt endloser Autoschlangen selbst während der Technikphasen nur wenige herkömmliche Autos auf den Straßen, denn spätestens bei der nächsten Magiewelle würden diese stehen bleiben. Da sind Pferde als lebende Fortbewegungsmittel viel zuverlässiger. Dieser Gegensatz zwischen Technik und Magie zieht sich durch das ganze Buch und führt dabei den Weltenentwurf stringent fort.

Alles zusammengenommen vergebe ich für den Auftakt zur Serie „Stadt der Finsternis“ als flotten Unterhaltungsroman mit interessantem Weltenbau und Magiekonzept sehr gute 4 von 5 magischen Schwertern.

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