Annette Curtis Klause – Blood and Chocolate

Vivian ist eine Teenagerin, die sich am wohlsten fühlt, wenn sie frei und ungehindert ihrer überschüssigen Energie Luft verschaffen und einfach nur laufen kann – bevorzugt in ihrer Wolfsgestalt, in die sie sich verwandeln kann. Denn Vivian ist eine Loup Garou, ein Werwolf.

Nach einem tragischen Zwischenfall an ihrem Wohnort musste das ganze Rudel untertauchen und versucht nun, in einer fremden Stadt Fuß zu fassen, sich neu zu organisieren und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Doch stellt die ungewohnte Umgebung und die zu große Nähe zu den Menschen nicht nur das Rudel im Allgemeinen vor Herausforderungen, sondern auch Vivian im Speziellen. Denn sie verliebt sich in einen Menschen, einen Meatboy, der gerade von den jungen Werwölfen nicht als Konkurrenz, sondern als Mahlzeit angesehen wird. Doch auch die älteren Mitglieder des Rudels sehen die Beziehung zwischen Vivian und Aiden kritisch, denn die Möglichkeit, dass Vivian ihrer aller Geheimnis preisgibt, ist zu hoch.

Obwohl Vivian das Rudel niemals wissentlich oder gar willentlich in Gefahr bringen würde, spitzt sich die Situation dramatisch zu, als einige Morde geschehen, die nur von Werwölfen begangen worden sein können. Doch wer steckt dahinter?

Hätte ich die deutsche Ausgabe des Buches vor mir liegen gehabt mit seinem typischen Genre-Cover, auf dem das Frauengesicht gleich heraus posaunt, an welche Zielgruppe sich der Roman wendet, hätte ich das Buch vermutlich nie auch nur zu lesen begonnen. Doch das neutralere englische Cover hat mich dazu verleitet, mir das Buch auszuleihen und vollkommen unvoreingenommen damit zu beginnen.

Vivian als Hauptperson war mir zwar nicht völlig sympathisch, doch ich konnte ihre Gedankengänge und Gefühle gut nachvollziehen, auch wenn ich mit einigen Ansichten nicht übereinstimme. Durch ihre Perspektive lernen wir auch das Rudel kennen, das sich gerade in einer Umbruchphase befindet und sich selbst neu finden muss. Die Reibereien, die dadurch herrschen, wurden nicht als weichgespülte Diskussionen verkauft, sondern schon als zum Teil hand- bzw. krallenfeste Prügeleien, wie ich sie von energiegeladenen Werwölfen erwarte.

Die Liebesgeschichte zwischen Vivian und Aiden hat mir überraschend gut gefallen. Sicherlich gibt es einige Portionen Schnulz, doch nehmen diese nicht überhand und Vivian verliert nicht gleich ihren Kopf, als sie Aiden kennenlernt.

Insgesamt gesehen ist der Roman flott zu lesen, die Personen sind sympathisch, auch wenn sie ihre Ecken und Kanten haben und während in der ersten Hälfte eher die Liebesgeschichte dominiert, zieht in der zweiten Hälfte des Buches die Spannung an, bis es zum großen Showdown kommt, bei dem mich einige Entwicklungen und Enthüllungen noch überraschen konnten. Dafür vergebe ich gut gelaunte 3,5 von 5 Wandmalereien, da das Buch zur richtigen Zeit dran kam.

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