Donald R. Burgett – A Screaming Eagle at Normandy / in Holland / at Bastogne / in Germany

Donald Burgett war einer von vielen jungen Männern, die sich nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor freiwillig zur Armee meldeten. Er entschied sich für die Fallschirmjäger und wurde schließlich der 101st Airborne Division, 506 Paratrooper Infantry Regiment, 1st Battallion, A Company zugeteilt. Was er während seiner Ausbildung und den anschließenden Kampfeinsätzen in Europa erlebte, schrieb er nach dem Krieg nieder. Seine Erinnerungen umfassen insgesamt 4 Bücher:

  • Currahee! A Screaming Eagle at Normandy
  • The Road to Arnhem. A Screaming Eagle in Holland
  • Seven Roads to Hell. A Screaming Eagle at Bastogne
  • Beyond the Rhine. A Screaming Eagle in Germany

Als Mitglied der “Able” Company des 506. Fallschirmjägerregiments war Burgett quasi ein Kollege der Mitglieder der aus der TV-Serie „Band of Brothers“ bekannt gewordenen „Easy“ Company. Da sie dem gleichen Regiment angehörten, waren auch die Kampfeinsätze beider Einheiten grundsätzlich identisch.

Der erste Unterschied, der zwischen den Büchern der Easy Company (u.a. „Brothers in Battle, Best of Friends“, „Beyond Band of Brothers“ oder „Easy Company Soldier“) und Burgetts Büchern ins Auge fällt, ist der Umfang. Während die Bücher der Easy Company meist um die 300 Seiten umfassen, ist Burgetts Werk 3-4 mal so umfangreich. Der Grund hierfür liegt darin, dass Burgett seine Erinnerungen zeitnah nach der Rückkehr aus dem Krieg niederschrieb, als sie noch wesentlich frischer und dadurch auch detailreicher waren. Manche Aktionen, die rein zeitlich gesehen nur wenige Minuten dauerten, werden von Burgett ausführlich über mehrere Seiten rekonstruiert und dem Leser geschildert.

An dieser Stelle möchte ich auf einen weiteren wesentlichen Unterschied zwischen Burgetts Büchern und der Easy Company hinweisen: die persönliche Beziehungen zwischen den Soldaten und die Bindung zwischen Autor und Leser. Während ich bei den Männern der Easy Company beim Lesen gemerkt habe, wie nahe sie sich standen und wie viel sie miteinander geteilt haben, so habe ich dies bei Burgett sehr vermisst. Ja, natürlich fanden seine Kameraden häufig Erwähnung, doch meist nur im Sinne davon, welche Rolle sie bei diesem oder jenem Einsatz gespielt haben bzw. wer es nicht überstanden hat. Von den besonderen Bindungen zwischen Männern, die gemeinsam durch die Hölle gegangen sind, habe ich leider nicht sehr viel mitbekommen. Dies führte in der Folge auch dazu, dass ich zu Burgett selbst kein so intensives Verhältnis aufbauen konnte wie beispielsweise zu Guarnere oder Malarkey.

Insgesamt gesehen bieten Burgetts Bücher einen sehr guten und detailreichen, wenn auch ungeschönten und dadurch manchmal sehr schwer verdaulichen Einblick in die Erlebnisse eines jungen Soldaten im 2. Weltkrieg im „european theatre of operations“. Seine persönlichen Erinnerungen werden an manchen Stellen durch Kenntnisse ergänzt, die er später über parallel ablaufende Einsätze oder Geschehnisse erlangte und dabei halfen, seine eigene Rolle besser einschätzen zu können. Leider blieb mir persönlich bei all den Fakten die persönliche Ebene zu sehr im Hintergrund, was zu einem Punktabzug führt. Ich komme zusammengenommen auf 3 von 5 M1-Gewehren sowie eine mit oben genannten Einschränkungen verbundenen Empfehlungen für alle Leser, die  sich für die Erfahrungen der Soldaten im 2. Weltkrieg interessieren.

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