Jonas Wolf – Alles über Hobbits

Die Kopfzeile des Rückentextes „Das gesammelte Hobbit-Wissen in einem Band“ verspricht vollmundig etwas, das ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte. Schließlich sind die Hobbits eine von Tolkien erfundene Art von Fantasiewesen, die das Auenland in Mittelerde bevölkern. Oder existieren die Hobbits doch in unserer Welt?

Jonas Wolf ist ein selbsternannter Hobbitforscher, der fest daran glaubt, dass die Hobbits die Zeiten überdauert haben und aus Tolkiens Mittelerde, das eine ferne Vergangenheit unserer Welt darstellt, bis in unsere Zeiten überdauert haben und nun im Verborgenen leben. Bevor er jedoch den geneigten Leser mit Argumenten für diese These konfrontiert, fasst er im ersten Abschnitt des Buches nochmals zusammen, was über die Hobbits bereits bekannt ist. Da seine Quellen hauptsächlich Tolkiens Bücher sowie die Verfilmungen von Peter Jackson sind, erlebte ich viele Dejá-Vus. Neues Wissen konnte mir der Autor hier nicht vermitteln, aber das vorhandene hat er thematisch geordnet und in eine komprimierte Form gebracht. Als Nachschlagewerk dürfte sich dieser Abschnitt daher sehr gut eignen.

Im zweiten Abschnitt des Buches spürt Wolf den Wurzeln der Hobbits nach und stellt dabei zahlreiche andere „kleine Völker“ vor, die in anderen Büchern sowie in Legenden und Sagen von überall her rund um den Erdkreis vorkommen. Dies als Basis nutzend führt er aus, dass bei so einem reichen Schatz an Verweisen auf sog. Halblinge und andere kleine Wesen die Existenz des Hobbits nicht pauschal ins Reich der Mythen verwiesen werden darf.

Anschließend referiert der Autor über den stillen Heldenmut der friedliebenden Hobbits und gibt zahlreiche Beispiele dafür (wiederum aus Tolkiens Büchern und Jacksons Filmen entnommen), unter welchen Umständen sie über sich hinauswachsen können.

Im vorletzten Abschnitt schließlich entfernt sich Wolf von seinen zwei mageren Hauptquellen über Hobbits und stellt vor, in welchen Spielen, Büchern, Filmen und in welchen Medien Hobbits sonst noch vorkommen. Ja sogar Hobbitskekse finden hier Erwähnung!

Den Abschluss bildet ein kleiner Hobbitalmanach, in dem detailliert erklärt wird, was man beachten sollte, falls man auf ein Hobbitfest eingeladen wird oder sogar selber als Gastgeber auftritt, der Hobbits zu seinen Gästen zählt.

Wer nach diesen ganzen Ausführungen über das Volk der Hobbits nun am Grübeln ist, ob es die Hobbits nicht doch tatsächlich geben sollte, der kann den am Ende des Buches abgedruckten Hobbittest ausfüllen und herausfinden, wie viel Hobbit in ihm selbst steckt.

Falls jemand, der diesen Text bis hierhin gelesen hat, oder auch nur anhand des Titels und des Erscheinungszeitpunktes meint, dass das Buch einzig deshalb erschienen ist, weil es so wunderbar auf der vom ersten Hobbit-Film ausgelösten Merchandisewelle mitschwimmen kann, der hat mit Sicherheit nicht völlig unrecht. Doch davon abgesehen bietet das Buch eine amüsante Darstellung des tolkienschen Hobbits sowie einen Überblick über ähnliche Fantasiewesen. Für die humorvolle Note sorgen Fußnoten, in denen sich Wolfs „Co-Autoren“, die Herren Christiansen und Plischke, zu Wort melden, Ansichten des Autors bestätigen, ihnen widersprechen oder sich über so manche Abschweifung Wolfs auslassen.

Als Fazit kann ich für mich ziehen, dass dieses Buch sicherlich kein Must-Have ist, auch nicht für Tolkien-Fans und „Herr der Ringe“-Fantatiker, es jedoch eine nette Ergänzung in der Bibliothek über Mittelerde darstellt und einige amüsante Stunden Lesespaß beschert. Das ist mir insgesamt 3,5 von 5 gut gefüllte Speisekammern wert.

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