Don Malarkey – Easy Company Soldier

Ebenso wie die Männer, deren Autobiografien und Biografien ich zuvor gelesen hatte, war Don Malarkey Mitglied der Easy Company, die als Fallschirmjägereinheit im 2. Weltkrieg gekämpft hat – vom Sprung in die Normandie zum D-Day bis zur Eroberung von Berchtesgaden und Hitlers Adlerhorst zu Kriegsende.

Don Malarkey war als einer der Toccoa-Männer von Anfang an dabei, hat die Schikanen von Captain Sobel ertragen, durchlief die zahlreichen Trainingslager in den U.S.A. und England, sprang in die Normandie, kämpfte in Holland und überstand die Schlacht um Bastogne. Doch was dort geschah, trieb ihn an den Rand der Klippe und so lernen wir Malarkey zu Beginn in seiner Autobiografie kennen: an einem Feuer in den Wäldern um Bastogne stehend und sich mit der Überlegung tragend, ob er sich nicht eine Kugel ins Bein jagen sollte, um aus dieser Hölle zu entkommen. Doch was bringt diesen jungen Mann, der von seinen Kameraden hoch geachtet und geschätzt wird, an diesen Punkt?

Beginnend mit seiner Kindheit und Jugend, die er in Astoria, einer Kleinstadt an der Pazifikküste verbrachte, breitet Malarkey vor dem Leser sein Leben bis zu diesem Zeitpunkt aus. Obwohl er manchmal etwas heißblütig ist und unüberlegt handelt, so gehört er doch zum harten Kern der Easy Company und war einer der zuverlässigsten Soldaten. Als er während der Kämpfe in der Normandie und in Holland grauenhafte Dinge erlebt, helfen ihm seine engsten Freunde in der Einheit, damit umzugehen. Wenn alle zusammenstehen, dann wird es einfacher, das Schlimme in eine dunkle Ecke zu packen und nicht mehr daran zu denken. Doch als erst Joe Toye und Bill Guarnere schwer verwundet werden und wenige Tage später sein bester Freund Skip Muck getötet wird, verliert Malarkey seine Balance und ist nahe daran, zusammenzubrechen. Dass er es letztlich schafft, auf den Beinen zu bleiben, weiter seinen Dienst zu tun und sich um die Männer zu kümmern, für die er als Sergeant verantwortlich ist, das ist es, was die Männer der Easy Company auszeichnet: ihr unbedingter Wille, nicht aufzugeben. Und dafür bewundere ich sie sehr, insbesondere nachdem ich Malarkeys eindringliche Schilderungen seiner Gefühle und Gedankengänge gelesen habe.

Ein Thema, welches bisher nur von Malarkey aufgegriffen wurde, ist die Verbindung der Männer zu den zurückgebliebenen Frauen ihrer Kameraden. Nachdem Skip Muck in den Ardennen getötet wurde, fühlte sich Malarkey dafür verantwortlich, dessen Verlobten einen ausführlicheren Brief zu schreiben als das obligatorische Telegramm der Army. Da Malarkey die Geliebte seines besten Freundes aus dessen zahlreichen Schilderungen schon beinah persönlich zu kennen glaubte, war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, ihr nach dem Tod von Skip so gut als möglich beizustehen und sie in ihrer Trauer zu stützen. Die Bindungen zwischen den einzelnen Männern beschränkten sich somit nicht nur auf das Schlachtfeld, sondern sie teilten sich auch ihre privaten Briefe und Geschichten über ihr Leben vor der Armee, so dass die in diesen Leben vorkommenden Frauen mit in die „Familie“ aufgenommen wurden.

Obwohl Malarkeys Biografie rein von den Fakten her nichts grundlegend Neues zu den Schilderungen von Winters und Guarnere/Heffron beitragen konnte, so hat er dennoch einen neuen emotionalen Blickwinkel auf die Geschehnisse eröffnet und andere Punkte in den Fokus gerückt, so dass ich froh darüber bin, auch dieses Buch gelesen zu haben. Für seine eindringlichen Beschreibungen komme ich auf 4 von 5 Rosenkränzen.

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