Larry Alexander – Biggest Brother. The Life of Major Dick Winters, the man who led the Band of Brothers

Wie sehr mich die Geschichte der Easy Company der 2. Battalions des 506. Paratrooper Infantry Regiments der 101. Army Airborne Division fasziniert, macht sich vielleicht nicht nur dadurch bemerkbar, das in den letzten Tagen/Wochen kein anderes Thema auf meinem Blog mehr auftaucht, sondern auch dadurch, dass ich nach der Autobiografie von Dick Winters („Beyond Band of Brothers“) nun auch noch die Biografie von Larry Alexander gelesen habe.

Rein inhaltlich betrachtet unterscheiden sich die beiden Bücher kaum, da sie das Leben des selben Menschen beschreiben, wobei Alexander ein paar mehr Fakten und Details über Winters Familie und deren Herkunft einstreut. Doch worin sich die beiden Bücher wirklich unterscheiden, das sind wie so oft die Details.

Bei Winters Autobiografie habe ich angemerkt, dass mir die emotionale Bindung zu Winters fehlte, ich oft nicht so genau wusste, wie er die Situation empfand und dass er seine Zuflucht in Lektionen über Führungsqualitäten suchte. Larry Alexander hat hier meiner Ansicht nach einen besseren Einblick in den Charakter von Winters vermittelt als dies Winters selbst konnte oder wollte. Aus seinen vielen Gesprächen mit Winters und dank des Zugangs zu dessen Archiv war Alexander in der Lage, den Menschen Winters zu porträtieren, der sich hinter dem Major Winters verbarg. Zwar lässt Alexander überhaupt keinen Zweifel an den Führungsqualitäten von Winters, doch er zeigt auch, dass auch Winters selbst nicht vor den Schrecken des Krieges gefeit war, auch wenn er es besser zu verbergen wusste.

Auch anhand der ausgewählten Szenen und Details, die Alexanders Biografie von Winters Autobiografie unterscheiden, lernt man nochmals eine andere Seite dieses Mannes kennen. Denn in den kleinen Szenen, die Winters selbst nicht erwähnte, kommt sein Sinn für Humor zum Tragen, der mir Winters ein Stück sympathischer werden ließ.

Obwohl Winters eine steile Karriere in der Armee hinlegte und innerhalb von nicht ganz 3 Jahren zum Major befördert wurde, fühlte er sich den einfachen Soldaten und Unteroffizieren dennoch immer mehr verbunden als den Colonels und Generals in den höheren Rängen. So lässt er seinen Soldaten dann auch bei der Eroberung von Berchtesgaden und Hitlers Adlerhorst ihren Anteil an der Beute, wohl wissend, dass sich die höheren Offiziere selbst nur schadlos halten würden ohne an diejenigen zu denken, die die eigentliche Arbeit geleistet haben im Kampf. Selbstlos wie Winters ist, erwähnte er diese Tatsache nur nebenher, doch der ausführlichere Bericht in Alexanders Biografie rückt Winters Verhalten erst in das rechte Licht und zudem birgt diese Schilderung auch noch einiges Potential zum Schmunzeln.

Insgesamt gesehen habe ich es nicht bereut, sowohl Winters Autobiografie als auch die Biografie von Larry Alexander gelesen zu haben, da sie beide auf ihre Art und Weise einen besonderen Menschen vorstellen. Müsste ich mich jedoch zwischen beiden Büchern entscheiden, so würde meine Wahl auf dieses Buch hier fallen. Dementsprechend vergebe ich auch 4 von 5 kugelsicheren Autofenstern.

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