William „Wild Bill“ Guarnere and Edward „Babe“ Heffron – Brothers in Battle, Best of Friends

Nachdem ich Ambrose Buch über die Erlebnisse der Easy Company, einer Gruppe von Fallschirmjägern im 2. Weltkrieg vom D-Day in der Normandie bis zum Besatzungsdienst in Österreich gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr über die Männer dieser Einheit erfahren, denen mit der HBO-Serie „Band of Brothers“ ein filmisches Denkmal gesetzt wurde.

In diesem Buch haben zwei der Mitglieder der Easy Company, die nicht nur durch ihre gemeinsame Herkunft aus Philadelphia, sondern auch durch gemeinsame Erlebnisse im Krieg zusammengeschweißt wurden, ihre Erinnerungen niedergeschrieben. Während Guarnere als Toccoa-Veteran bereits seit der Gründung der Einheit dabei war, kam Babe erst nach den Kämpfen in der Normandie als Ersatz zur Easy Company. Obwohl es zwischen den Veteranen und den Neuankömmlingen eine unsichtbare Barriere gab und von Seiten der Veteranen eine schützende Distanz eingehalten wurde, knüpften die beiden Philly-Jungs schnell eine tiefe Freundschaft, die auch der Rangunterschied zwischen dem Sergeant und dem einfachen Soldaten nicht beeinträchtigte.

Während in Ambrose „Band of Brothers“ der Werdegang der gesamten Company porträtiert wurde und trotz der Wiedergabe der Erlebnisse Einzelner eher das größere Ganze im Mittelpunkt stand, ermöglichen die Erinnerungen dieser beiden Männer einen viel persönlicheren Einblick. Es geht weniger um die taktischen Hintergründe oder die Bedeutung einer bestimmten Mission, sondern darum, wie die Männer diese Mission durchlebt haben, was sie dabei fühlten und wie sie mit dem umgingen, was sie gesehen und getan haben.

Dadurch, dass in diesem Buch die Memoiren zweier Mitglieder der Easy Company kombiniert werden, haben Wild Bill und Babe die Möglichkeit, sich gegenseitig zu ergänzen, Lücken zu füllen oder das gleiche Ereignis aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. Hier merkt man auch die Freundschaft, die beide seit über 60 Jahren miteinander verbindet, denn an neckenden Kommentaren sparen beide nicht. Doch der immer wieder durchscheinende Humor kann die Härten des Krieges nicht überdecken, besonders als Guarnere während der Kampf um Bastogne schwer verletzt wird und Heffron mit ansehen muss, wie sein Freund blutend im Schnee liegt und seine Verwundung möglicherweise nicht überlebt.

Doch Guarnere ist hart im Nehmen und dank der schnellen Reaktion seiner Männer, der Sanitäter und Ärzte verliert er nur sein Bein und nicht sein Leben. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst behält er die Rolle bei, die er auch schon während der Einsätze innehatte: als moralisches Rückgrat und Bindeglied der Einheit. So erfährt man auf den letzten Seiten nicht nur von den regelmäßigen Zusammenkünften der Männer der Easy Company, die Guarnere organisiert hat, sondern auch vom regen Austausch, den er auch sonst mit seinen Kameraden aufrecht erhielt. Und natürlich darf Babe Heffron nicht unerwähnt bleiben, der nach dem Krieg wieder in die Nachbarschaft von Wild Bill zurückkehrte und seitdem nicht mehr von seiner Seite wich.

Obwohl es rein inhaltlich betrachtet größtenteils mit Ambrose Sachbuch identisch ist und ebenfalls die Zeit von der Gründung und der Ausbildung der Easy Company in Camp Toccoa über die verschiedenen Kampfeinsätze in der Normandie, Holland, Belgien und Deutschland bis zum Besatzungsdienst in Österreich abdeckt, so hat mich dieses Buch auf einer viel persönlicheren Ebene fasziniert. Da ich die eigenen Erinnerungen der zwei Männer gelesen habe, fühlte ich mich ihnen viel mehr verbunden und obwohl ich bereits aus meiner vorherigen Lektüre wusste, wie sie den Krieg überstehen werden, bangte ich mit ihnen mit. Auch die teilweise umgangssprachliche Ausdrucksweise, die mich sonst vielleicht gestört hätte, trug hier nur noch mehr zur Wirkung des Buches bei. Für die bewegende Lektüre, die mich auch während der kürzesten Lesepausen nicht losließ, komme ich auf 4 von 5 Jitterbugs.

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