Stephen Jones (Hrsg.) – Zombie Apocalypse

Alles fing damit an, dass Großbritannien zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ein Festival plante, um die Stimmung der Bevölkerung und in der Wirtschaft wieder zu heben. Auf einem der dafür vorgesehenen Gelände stoßen die Bauarbeiter auf ein unregistriertes Massengrab, in dem Pesttote im Mittelalter begraben wurden. Die Warnungen einer Wissenschaftlerin vor einer möglichen Gefahr eines erneuten Ausbruchs werden jedoch ebenso ignoriert wie die immer häufiger auftretenden ungewöhnlichen Zwischenfälle in der Nähe des Geländes.

Was dann folgt, kann man als Leser aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und in vielen verschiedenen Stilen verfolgen. Es sind Bekanntmachungen der British Media Corporation an ihre Angestellten abgedruckt, ein E-Mail Verkehr zwischen einer Virologin und anderen Wissenschaftlern, der Einsatzbericht eines Streifenpolizisten, die Tagebucheinträge eines 13jährigen Mädchens, medizinische Berichte, Twitter-Nachrichten, Protokolle von Parlamentsversammlungen, transkribierte Tonspuren von Videos, usw.

Durch die Vielfalt der zu Wort kommenden Stimmen wird ein vielschichtiges Bild der Ereignisse gezeichnet und die einzelnen Fäden ergeben miteinander verwoben ein umfassendes Zeugnis vom Niedergang der Zivilisation und der Ausbreitung des Virus. Denn obwohl er seinen Ursprung in London hat, breitet sich der mysteriöse Erreger immer weiter aus und lässt nicht nur die Erkrankten tollwütig werden, sondern auch die infizierten Toten wieder auferstehen. Zuerst versucht die britische Regierung typischerweise, den ganzen Vorfall zu vertuschen, doch als das Problem allzu offenkundig wird und andere Staaten darauf aufmerksam werden, ist es längst zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt hat sich der Virus längst über Großbritanniens Grenzen hinweg ausgebreitet. Was dann folgt, muss nicht weiter ausgeführt werden, da es aus unzähligen anderen Szenarien bereits bekannt ist.

Die Besonderheit dieses Buches besteht in meinen Augen nicht nur in seiner Vielzahl von Textstilen, sondern auch in deren grafischer Aufbereitung. So sind Tagebucheinträge beispielsweise in einer an eine Handschrift angelehnten Schriftart abgedruckt und der Hintergrund besteht aus einem Layout eines Schreibheftes, wohingegen Protokolle mit einer an Schreibmaschinenschrift erinnernden Schriftart auf leicht angegrautem Papier niedergeschrieben wurden.

Als I-Tüpfelchen sorgen die letzten beiden Beiträge nochmals für ein besonderes Schmankerl, die mich das Buch mit einem Schmunzeln schließen ließen. Insgesamt gesehen hat mich dieses Buch gut unterhalten und konnte sich mit seiner gelungenen Gestaltung von der Masse der mir bekannten Zombiebücher abheben. Das ist mir 3,5 von 5 königstreuen Auferstandenen wert.

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