Yannick Monget – Die Erde, morgen

Der französische Wissenschaftler Yannick Monget beschäftigt sich in diesem Buch mit einem Thema, das ihm sehr am Herzen liegt: der gegenwärtigen Erderwärmung und welche Konsequenzen diese Entwicklung nach sich ziehen könnte.

Nach einer Einleitung beginnt der Autor mit einer Bestandsaufnahme, welche Klimaänderungen wir derzeit schon beobachten können. Neben der Erderwärmung, dem Abschmelzen von Gletschern und den polaren Eiskappen gehören auch die Zunahme von tropischen Wirbelstürmen und Tornados, häufigere Hitzewellen und ein Verstärken des El Niño-Phänomens dazu. In harten Fakten ausgedrückt zwingt er hier den Leser dazu, sich einzugestehen, dass man einige Veränderungen beim besten Willen nicht mehr leugnen kann, z.B. die Tatsache, dass die Anzahl von 391 verzeichneten Tornados im Rekordjahr 1995 in 2004 mit 1555 Tornados beinah vervierfacht wurde – und das in nur wenigen Tagen dieses Jahres.

In den folgenden 4 Kapiteln stellt er mögliche Zukunftsszenarien vor, die vom Anstieg des Meeresspiegels (durch das Abschmelzen der Festlandeismassen hervorgerufen) über eine neue Eiszeit in den nördlichen Breiten (verursacht durch die Abschwächung und schließlich den Stillstand des Golfstroms), das nächste Massenaussterben in der Geschichte der Menschheit bis hin zur Verwandlung der Erde in eine Gluthölle ähnlich der Venus reichen. Bei den Beschreibungen dieser Szenarien geht Monget aber nicht nur auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Berechnungen ein, die sie stützen, sondern er erwähnt auch kritische Stimmen.

Im letzten Kapitel schließlich wendet sich Monget möglichen Lösungen zu, die die von ihm aufgezeigten Szenarien verhindern könnten. Er unterscheidet hierbei in falsche Lösungen, wie beispielsweise die Atomkraft, die nicht nur gegenwärtig unkontrollierbare Risiken birgt, sondern mit der Lagerung von atomarem Müll auch die Zukunft belastet, und richtigen Lösungen, die er beispielsweise in der Windkraft sieht.

Untermalt wird dieses Plädoyer zur Rettung unseres Planeten von beeindruckenden, ganzseitigen Grafiken, auf denen der Autor seine vorgestellten Szenarien veranschaulicht. Auf diesen Fotomontagen kann man z.B. den Eiffelturm aus einem Meer herausragen sehen, in dem Paris nach dem Anstieg des Meeresspiegels verschwunden ist, oder ein Manhattan, welches von Schnee und Eis völlig beherrscht wird.

Diese Bilder waren der ausschlaggebende Grund, warum ich mir das Buch überhaupt gekauft habe und sie zu betrachten macht die Gefahr, in die wir sehenden Auges hineinlaufen, viel konkreter als es der wissenschaftlich korrekteste Fachtext jemals schaffen könnte. Dass auch Monget diesen Ansatz verfolgt, sieht man an der Verteilung seiner sehr gut lesbaren und keineswegs vor Fachbegriffen strotzenden Texte und der Bilder – ohne jetzt die Seiten nachzuzählen, nehmen die Fotografien mindestens die Hälfte dieses knapp 200 Seiten umfassenden Buches ein.

Wer von dieser Mischung auf Fakten und apokalyptischen Zukunftsszenarien aufgeweckt wurde und sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen möchte, der kann in am Ende des Bandes abgedruckten Literaturempfehlungen nach weiterführender Lektüre suchen.

Ich vergebe für dieses aufrüttelnde Werk, das den Lesern vor Augen führt, wohin uns unser momentan eingeschlagener Weg führen könnte, aber das auch deutlich sagt, dass es noch nicht zu spät ist, um unseren Kurs zu korrigieren, 3,5 von 5 tropischen Wirbelstürmen.

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