Max Brooks – The Zombie Survival Guide

Der amerikanische Autor Max Brooks hat mit dem vorliegenden Überlebensratgeber alle wichtigen Ratschläge, Verhaltensregeln und anderes Wissenswerte rund um die lebenden Toten zusammengetragen.

Gleich zu Beginn trägt Brooks im Abschnitt „The Undead: Myths and Realities“ zahlreiche Gerüchte und angebliche Fakten zusammen, die man vom Hörensagen her kennt. Anhand dieser Beispiele deckt er auf, was wirklich hinter der Zombieplage steckt (es ist ein Virus, der das Gehirn angreift) und welche Fähigkeiten wirklich besitzen. Von den mit Superkräften ausgestatteten Quasi-Unsterblichen bleibt nur das Zurück, was der Realität entspricht. Doch auch wenn Zombies geistlose Wesen sind, die über keinerlei Lernfähigkeit verfügen und die keinesfalls unsterblich sind, so stellen sie in Massen eine Gefahr dar, die durchaus das Überleben der Spezies Mensch bedroht.

Aus diesem Grund folgen im Kapitel „Weapons and Combat Techniques“ wertvolle Tipps, welche Waffen in welcher Situation wirklich etwas gegen Zombies ausrichten können und welche nur beeindruckend gefährlich aussehen, aber kaum etwas bewirken können. Da sowohl die einzusetzenden Waffen als auch das Verhalten insgesamt immer von der Situation abhängen, in der sich die Überlebenden befinden, geht Brooks in den weiteren Abschnitten auf verschiedene Szenarien ein: „On the Defense“, „On the Run“, „On the Attack“ und schließlich „Living in an Undead World“. In diesen Abschnitten gibt es Themen, die von Brooks wiederholt aufgegriffen werden, z.B. seine Aussagen zu Terrains und welche Gebiete man in der jeweiligen Situation unbedingt meiden sollte. Dies entspricht meiner Meinung nach jedoch dem Wesen eines Ratgebers, der selten am Stück von Anfang bis Ende gelesen wird, sondern in dem der Leser nur Informationen zu seiner aktuellen Situation sucht, ohne lange hin- und herblättern zu müssen.

Das letzte Viertel des Buches wird schließlich von kurzen Zusammenfassungen historischer Zombieausbrüche eingenommen, die von Brooks eindeutig als solche identifiziert werden konnten. Die frühesten Belege fand er in Zentralafrika in über 60.000 Jahre alten Knochenfunden und Höhlenmalereien, die jüngsten Ausbrüche sind erst vor kurzer Zeit erfolgt. Sehr gut dargestellt war die Entwicklung, die man zwischen den einzelnen Vorfällen zwischen den Zeilen erkennen konnte: die Zombieausbrüche nehmen in jüngerer Zeit immer mehr zu, da die Menschheit sich immer weiter ausbreitet und bewohnbare Gegenden häufig immer dichter besiedelter werden. Wohin das irgendwann führt, braucht nicht explizit erwähnt werden. Doch wenn es irgendwann zu einem Klasse 4-Ausbruch kommen sollte, so dürften sich die Überlebenschancen des Lesers nach der intensiven Lektüre dieses Ratgebers und den entsprechenden Vorbereitungen signifikant erhöht haben.

Insgesamt gesehen hat mir dieser fiktive, aber seriös verfasste Ratgeber sehr gut gefallen. Er imitiert den Stil von seinesgleichen hervorragend, nur gelegentlich blitzt rabenschwarzer Humor zwischen den Zeilen hervor (Stichwort: Dosenfutter). Lediglich der Abschnitt zu den verschiedenen Waffen und Waffenarten ist für meinen Geschmack zu lang geraten. Da ich mich bei der Lektüre jedoch des Öfteren dabei erwischt habe, wie ich die Ratschläge auf meine eigene Situation angewendet habe, komme ich auf sehr gute 4 von 5 Solanum-Viren.

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