Suzanne Collins – Hunger Games (3) – Mockingjay

Katniss Everdeen, das Mädchen, das in Flammen steht und in dieser Rolle der Funke war, der die Feuer der Rebellion in Panem entfacht hat, hat auch die zweiten Hungerspiele überlebt, denn die Rebellen konnten sie gerade noch rechtzeitig schwer verletzt aus der Arena retten. Nun soll sie in ihren Reihen die Rolle einnehmen, für die sie bestimmt ist: Katniss ist der Mockingjay, das Symbol der Rebellion, ihre Gallionsfigur und die größte Gefahr für ihre Anführer, sollte sie sich gegen sie stellen. Doch hat die Rebellion ihre Loyalität verdient oder ist sie wieder nur Teil irgendwelcher Spiele?

Die Wunden, die Katniss Körper in der Arena davongetragen hat, heilen und dank der hervorragenden medizinischen Technik bleiben zumeist keine Narben zurück. Doch mit Katniss Seele sieht es ganz anders aus – sie ist zerfressen von zahlreichen unverheilten Wunden und ständig kommen neue hinzu. Diese psychische Labilität wird durch die Ich-Perspektive verstärkt und wirkt dadurch noch bedrückender auf den Leser. Man wird förmlich in Katniss Seelenleben hineingezogen und kann gut nachvollziehen, wie sie immer mehr den Halt verliert, zumal sie Peeta als Stütze verloren hat, denn er befindet sich in der Gewalt des Kapitols und muss seine eigenen Kämpfe bestehen.

Die politischen Intrigen, die zuvor zwar präsent waren, aber eher im Hintergrund rangierten, nehmen immer mehr Raum ein. Während die heile Fassade der freiheitsliebenden Rebellen Risse bekommt, gibt es im Kapitol auch noch Menschlichkeit. Die Fronten zwischen den sich mittlerweile offen bekriegenden Parteien verschwimmen immer mehr und Freund und Feind unterscheiden sich nicht mehr anhand der Uniform, die sie tragen, sondern ausschließlich durch ihre Taten.

Während ich beim ersten Band noch kritisiert habe, dass Collins die moralisch schwierigsten Entscheidungen umschifft hat und Katniss eher unbeschadet durch die Arena gehen ließ, so hat sie dies in diesem Abschlussband mehr als wettgemacht. Katniss wird nicht nur Zeugin weiterer, immer schlimmerer Gräueltaten, sondern sie ist auch selbst gezwungen, sich über die Moral ihrer eigener Taten Rechenschaft abzulegen.

Fazit: Obwohl das Finale der Hunger Games-Trilogie dreckig und blutig ist und kein heroischer Schimmer herrscht, so ist es gerade diese bittere Realitätsnähe, die ein Happy End nach all dem, was Katniss durchmachen musste, verhindert, die mich beeindruckt hat. Ich komme auf 4 von 5 eigensinnigen Katern.

Advertisements

4 Kommentare zu “Suzanne Collins – Hunger Games (3) – Mockingjay

  1. Mir hat das Buch nicht so gut gefallen wie die ersten beiden Bänden. Ich fand schon allein die Handlungsumgebung nicht mehr so toll und auch einige Entwicklungen hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen… Vor allem das Ende hat mir dann leider Einiges vermiest…

  2. Myriel sagt:

    Ich glaube, ein positiveres Ende hätte mich nicht überzeugen können. Selbst die Vorausschau auf die Zeit nach den Spielen hat mich etwas verstimmt. Aber hey, so unterschiedlich können Meinungen sein 😉

  3. Klar, das ist doch auch absolut in Ordnung. 😉

  4. Paramantus sagt:

    Ich kann mich nachwievor nicht mit dieser Reihe anfreunden… Weiß nicht wirklich warum, aber die Geschichte packt mich nicht. Auch wenn ich dieses Genre liebe…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s