Susanne Gerdom – Das gefrorene Lachen

Über ein kleines, friedliches Königreich regiert König Ferdinand mit seiner Königin Joséphine. Alles ist ruhig, für die größte Aufregung sorgen momentan die Vorbereitungen für den Geburtstag des Thronfolgers Augustin, an denen auch der Hofzauberer Laurentio beteiligt ist. Doch als der große Tag dann endlich gekommen ist, verläuft er gänzlich anders als erwartet, denn der große Herrscher Ostwind taucht unerwartet auf und verlangt die Gefolgschaft aller Anwesenden. Das sich daraufhin entspinnende Zaubererduell zwischen Laurentio und Ostwind entwickelt sich in eine von allen Parteien ungewollte Richtung, als die verschiedensten magischen Formeln aufeinander prallen.

Schon die Einleitung, geschrieben im Stil eines Theaterdirektors, der sich an den Leser als sein Publikum wendet, macht deutlich, worauf man sich einstellen sollte. Und in dieser Art geht es auch weiter, denn zu Beginn konnte ich beinah die einzelnen Dialoge, Regieanweisungen und Beschreibungen des Bühnenbilds vor mir sehen, obwohl der Text in Prosa abgefasst ist. Dann jedoch bin ich aus der Zuschauerrolle heraus- und direkt in das Bühnenstück hinein geschlüpft.

Am sympathischsten war mit Abstand Pippa, Tochter des Hofzauberers Laurentio, die als junge Frau zwischen den verschiedenen Welten am Königshof gefangen war. Einerseits war sie Kindheitsfreundin und Vertraute des Prinzen Augustin, doch andererseits nahm sie als Tochter des Hofzauberers nur die Rolle einer besseren Dienerin ein, keineswegs standesgemäß für den Thronfolger. Wie sie mit diesem Zwiespalt kämpfen musste und wie sie sich trotz manch bedrückender Erfahrungen nicht aufgegeben hat, hat mich echt beeindruckt.

Augustin auf der anderen Seite hat auf mich zu Beginn eher den Eindruck eines etwas verpeilten Erfinders gemacht, der sich lieber mit seinen mechanischen Spielzeugen vergnügt als einen Gedanken an seine Zukunft als Herrscher zu verschwenden. Zum Glück änderte sich dies im Laufe der gelesenen Seiten und er konnte bei mir immer mehr Punkte sammeln.

Was mich im Nachhinein betrachtet etwas stört, ist die unbefriedigende Erklärung der Magie. Dies ist jedoch nur ein winziges Manko, dass meine Lesefreude nicht getrübt hat. Insgesamt gesehen hat die Autorin einen wunderbaren, magischen Zirkusroman geschrieben, für den ich 4,5 von 5 Glückskeksen vergebe.

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2 Kommentare zu “Susanne Gerdom – Das gefrorene Lachen

  1. Mich konnte das Buch nicht ganz überzeugen. Ich fand es eher mittelmäßig. Leider kann ich mich kaum noch daran erinnern und weiß daher auch gar nicht mehr, was genau mich gestört hat. Irgendwie bin ich aber weder mit den Figuren noch mit der Stimmung des Buches warm geworden…

  2. susannegerdom sagt:

    Ich hab jetzt erst gesehen, dass du eine Rezension geschrieben hast … und dann noch so eine schöne! Danke, ich freu mich! 🙂

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