Juli Zeh – Schilf (Zwischenbericht)

Zu Beginn des Romans lernt man mit Sebastian und Oskar 2 Physiker kennen, die früher in der Uni unzertrennlich waren, aber sich heute eher als Gegensätze gegenüber stehen. Sebastian hat die theoretische Physik mehr oder weniger an den Nagel gehängt, ist jetzt Experimentalforscher an der Uni und hat mit Maike und Liam eine tolle Familie. Oskar hingegen wird von seinem Genie weiter vorwärts getrieben, arbeitet am CERN-Institut und will die Einsteinsche Relativitätstheorie mit der Quantenmechanik vereinen und damit sozusagen den heiligen Gral der Physik finden.

Nachdem der Vorstellung der beiden Hauptpersonen beginnt die eigentliche Handlung: Sebastians Frau Maike begibt sich auf einen mehrwöchigen Ausflug mit ihrem Rennradclub und ihr gemeinsamer Sohn Liam soll die Zeit in einem Ferienlager verbringen. Sebastian selbst will die Zeit nutzen, um einige ihm im Kopf herumspukenden Gedanken zu Papier zu bringen. Doch während er mit seinem Sohn auf dem Weg zum Ferienlager ist, wird Liam auf einem Rastplatz entführt. Der Preis für seine Freilassung: ein Mord!

Bereits auf den ersten Seiten von „Schilf“ kommt der gleiche trockene Erzählton zum Vorschein wie bei „Spieltrieb“ und ich habe mich sofort wieder wohl gefühlt. Teilweise werden nur abgehakte Sätze aneinandergereiht, dann wieder schafft die Autorin es mit ungewöhnlichen Metaphern und Vergleichen eine beeindruckende Atmosphäre zu erschaffen, die mich gefangen nimmt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Stil nicht jedem zusagt, aber ich finde ihn genial.

Leider werde ich das Buch nach rund 1/3 der Seiten aber erst mal wieder beiseite legen. Momentan ist es nicht die Art Buch, auf die ich nach Feierabend noch Lust habe. Und ehe ich mir den Roman und die Autorin mit einer erzwungenen Lektüre vergälle, warte ich lieber auf einen besseren Zeitpunkt.

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2 Kommentare zu “Juli Zeh – Schilf (Zwischenbericht)

  1. Llyren sagt:

    Recht hast Du!
    Wenn es gerade nicht passt, sollte man es auf keinen Fall erzwingen. Lies dann einfach wieder rein, wenn Du eher in der Stimmung bist.
    Wäre sehr schade, wenn man sich so eigentlich gute Bücher schlechtliest…

  2. Myriel sagt:

    Ja, ich habe mir deinen Rat zu Herzen genommen und nach einer Nacht drüber schlafen mich dann dazu entschieden, lieber auf den richtigen Zeitpunkt für das Buch zu warten.

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