Marion Zimmer Bradley – Darkover (3) – Herrin der Falken

Im dritten Band des Mammut-Zyklus „Darkover“ erzählt die Autorin eine ähnliche Geschichte wie zuvor in „Herrin der Stürme“. Doch was mich im zweiten Band kaum berührt hat, hat mich in diesem Roman förmlich mitgerissen.

Erneut steht eine junge Frau im Mittelpunkt, die ihre Gabe, das Laran ihrer Familie, entdeckt und sich damit auseinandersetzen muss. Auf dem Berghof ihres Vaters kommt es Romilly sehr gelegen, dass sie sich in Tiere hineinversetzen und mit ihnen kommunizieren kann. Doch ihr Vater wünscht nicht, dass sie sich weiter solchen undamenhaften Tätigkeiten wie der Zähmung von wilden Falken hingibt, sondern sie soll sich auf ihre bevorstehende Rolle als Ehefrau und Hausherrin vorbereiten. Als ausgerechnet ein mehr als doppelt so alter und außerdem widerwärtiger Landadliger als ihr zukünftiger Ehemann ausgewählt wird, flieht Romilly – verkleidet als Junge – in die Berge, trifft dort auf eine Gruppe verbannter Königstreuer, schließt sich ihnen an und wird so in die Kriege der Großen und Mächtigen verwickelt.

Was mich bei „Herrin der Stürme“ so gestört hatte, konnte ich bei diesem Buch gar nicht feststellen: die Charaktere, allen voran die unbestrittene Hauptperson Romilly, waren mir sehr sympathisch und ich habe mit ihnen gebangt und gehofft. Ihr Weg durch die politischen Wirren war ebenso fesselnd wie ihre persönliche Entwicklung. Besonders gut konnte ich ihre Unsicherheiten gegenüber Männern nachvollziehen und den Wunsch, als Frau als Gleichrangige akzeptiert zu werden.

Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir die Schilderungen der Welt und der Gesellschaft, die sich auf diesem Planeten entwickelt hat. Die Verbindung von Psi-Kräften mit relativ weit entwickelter Technologie ist gut gelungen und das Spannungsverhältnis zwischen Begabten und denen ohne Laran sorgt für eine zusätzliche Ebene im Konflikt. Selbst die weiten Reisen durch die Berge hatten ihren Reiz, auch wenn die im Buch enthaltene Karte nicht immer zur erwähnten Reiseroute gepasst hat.

Nachdem ich mit dem zweiten Buch des Darkover-Zyklus nicht warm geworden bin, hat mich dieser Roman wieder für die Reihe begeistern können und die nächsten Bücher sind schon fest eingeplant. Für „Herrin der Falken“ vergebe ich 4 von 5 Schwertfrau-Ohrringen.

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10 Kommentare zu “Marion Zimmer Bradley – Darkover (3) – Herrin der Falken

  1. Philly sagt:

    Hm, ich bin mit ihrer Sprache nicht warm geworden.
    Teilweise war mir etwas zuviel oder zuwenig beschrieben (zuviel meist die Gefühle, statt dass ich mit-fühle).

    Aber evt liegts auch an der Übersetzung.

    Ich wollte das nächste Buch von ihr im englischen Original probieren. 🙂

    LG, Philly

  2. Myriel sagt:

    Meine bisherigen Erfahrungen mit ihren Darkover-Romanen sind sehr durchmischt: Band 1 war okay, Band 2 habe ich abgebrochen und Band 3 verschlungen. Vielleicht könntest Du es (bei Interesse) mit „Herrin der Stürme“ versuchen, wo es mir persönlich zu wenig Gefühle waren. Eventuell ist es für dich die richtige Dosis. 😉

  3. Philly sagt:

    Hm, ich hab mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt, ich habe ja nichts gegen Gefühle! Ich hatte gerade etwas über „show, don’t tell“ gelesen und hatte den Eindruck, dass MZB vor allem „tell“‚t anstatt zu zeigen…

    Aber vielleicht war ich ja unterbewusst etwas beeinflusst. Ich probiere es mit einer anderen Zeit, vielleicht dem zweiten Roman überhaupt (die Landung habe ich schon vor Jahren gelesen).

  4. Myriel sagt:

    Sorry, da hatte ich dich missverstanden. 😳
    Und in dem Fall muss ich meine Empfehlung des 2. Bandes zurücknehmen. Dort hatte ich im Gegensatz zu „Herrin der Falken“ sehr große Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Das von dir angesprochene „show, don’t tell“ war dort kaum ausgeprägt, alles blieb mir sehr fremd und unnahbar und ich konnte keinerlei Beziehung zu den Charakteren aufbauen.

  5. Philly sagt:

    Damn, die heißen ja fast gleich! Okay, das war wohl bei dem anderen Buch… ? Ich bin verwirrt 😀 leider habe ich beide in dem örtlichen Bücherschrank ausgesetzt und kann nicht mehr nachsehen…

    Das Konzept des ersten Bandes mit einer neu konstruierten, künstlichen Gesellschaft fand ich so interessant, leider gabs aus der Epoche nur einen Band.
    Dann muss ich weitermachen bei „Untergang von Neskaya“ oder „Die Zeit der hundert Königreiche“. Welches würdest Du mir eher empfehlen? Rezensiert sind sie hier nicht, aber evt kennst Du sie ja?

  6. Myriel sagt:

    Ich hätte auch gern noch einen Band gelesen, der kurz nach dem Absturz angesiedelt wäre und zeigt, wie es mit der Besatzung weiterging. Schade, dass stattdessen so ein großer Zeitsprung stattfindet.
    Die beiden Bände „Der Untergang von Neskaya“ (übrigens der 1. Teil einer Trilogie) und „Die Zeit der hundert Königreich“ kenne ich beide noch nicht, aber sie liegen hier schon herum. „Der Untergang von Neskaya“ steht auch schon auf meiner Leseliste für die nächste Zeit. Dann kannst Du hier auch eine Rezi finden. 😉

  7. Philly sagt:

    Fein, dann warte ich noch etwas.
    Habe ohnehin noch mehrere Rezensionen zu schreiben und teils Bücher zu lesen, damit müsste ich fertig sein, wenn Du die Rezi online hast…

    Falls es nicht zuviel Aufwand ist, würde ich mich freuen, wenn Du mir eine Nachricht zukommen lässt, wenn die Rezi online ist.

    Falls ich es nicht selbst bemerke 🙂

    Blogs abonnieren kann ich nicht, da ich nicht das WordPress-System nutze, bin da gar nicht angemeldet. Nur die Eingabemaske wurde mir im Moderatorenbereich eingebettet (habs nur halb verstanden, jedenfalls kann ich die Abo-Funktion leider nicht benutzen, mir fehlen Zugangsdaten zum Eingeben).

  8. Myriel sagt:

    Ich werde daran denken. Hoffentlich kann ich Dir diesen Monat noch Bescheid geben (habe gerade eine leichte Leseblockade).

  9. Agnes sagt:

    Hallo 🙂
    ich habe inzwischen alle Darkover-Bände (aber noch nicht alle gelesen). Bei einigen Bänden ist es so, daß sie für sich alleine, wenig Aussagekraft haben, aber gemeinsam mit den anderen ein runderes Bild ergeben. Ganz rund wird es nie werden, weil die Serie ja nicht chronologisch entstanden ist, sondern einfach nach Lust und Laune erweitert wurde.

    Ich habe mit „Der verbotene Turm“ angefangen und war von Anfang an fasziniert.

    Teilweise ist es auch sehr interessant, die Darkover-Lesebücher (die habe ich leider noch nicht alle) zu lesen. Da wird teilweise auch die frühe Zeit behandelt. (Der Preis des Bewahrers) und es gibt immer auch eine Geschichte von MZB selber.

    LG Agnes

  10. Myriel sagt:

    Hallo Agnes,
    mir wurde auch schon von einer guten Freundin bestätigt, dass die Bücher qualitativ ziemlich unterschiedlich sind und manches erst im Nachhinein, mit dem Wissen aus anderen Bänden, einen Sinn ergibt.
    Da besagte Freundin die Weltbild-Gesamtausgabe im Regal stehen hat, werde ich mir wohl früher oder später (wohl eher später) auch mal die Lesebücher anschauen (die hoffentlich in der Reihe enthalten sind).
    Viele Grüße
    Myriel

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