Ian Beck – Pastworld

Dieser Roman spielt komplett in „Pastworld“, einem Vergnügungspark, der die gesamte City von London umfasst und diese zurück in das Viktorianische Zeitalter versetzt hat. Einige der Bewohner sind von der Buckland Corp., der Betreiberfirma, dorthin entsandt worden, doch andere haben sich illegal Zutritt verschafft oder wurden in Pastworld geboren – so wie Eve. Sie hat keine Ahnung, dass die Welt in der sie lebt, nicht echt ist. Das findet sie erst heraus, als sie ihrem Vormund Jack davonläuft und nach einer unheimlichen Begegnung mit einem Bettler Zuflucht bei einer Gauklertruppe findet.

Die zweite Hauptperson Caleb ist der Sohn eines der Gründer und Gestalter von Pastworld. Gemeinsam mit seinem Vater reist er nach Pastworld, um dort an einer Halloween-Party von Buckland Corp. teilzunehmen. Doch Calebs Vater will sich zuvor noch mit jemandem treffen, der sich als Jack, der Vormund von Eve herausstellt. Jack hat ihn um Hilfe bei der Suche nach Eve gebeten, die etwas ganz besonderes sein soll. Doch während des Treffens wird Jack erstochen, Calebs Vater entführt und Caleb selbst als Mörder von Jack beschuldigt. Caleb gelingt die Flucht und er streift ziel- und planlos durch die düsteren Gassen von Pastworld.

Und dann gibt es da noch das Phantom – ein Räuber und Mörder, der in Pastworld sein Unwesen treibt. Die Buckland Corp. ist seit langem hinter ihm her, doch bisher konnten sie ihm nie nahe genug kommen. Doch jetzt, nach der Ermordung von Jack, der Entführung von Calebs Vater und Eves Verschwinden scheint Bewegung in die eingefahrenen Untersuchungen zu kommen. Denn anscheinend ist das Phantom hinter Eve her, die für die Buckland Corp. sehr viel bedeutet …

Die Grundidee eines künstlich erschaffenen viktorianischen Londons gefiel mir gut und die Beschreibungen der Stadt waren plastisch genug, dass ich mir ein Bild des Themenparks machen konnte. Hingegen kam ich mit Eve nicht wirklich klar. Man lernt sie nur anhand ihrer Tagebuchauszüge kennen, in denen sie aber kaum etwas über sich preisgibt, sondern statt dessen nur eine detaillierte Beschreibung der Abläufe niedergeschrieben hat. Mir fehlen hier Gefühle – sie wurde aus ihrer Welt gerissen, muss erkennen, dass ihr Leben auf einer Lüge basiert, und wird verfolgt und beinah entführt – doch weder lässt sich Zorn, Wut, Verzweiflung, Panik oder auch nur Unsicherheit erkennen. Bei Caleb fehlte mir das auch ein Stück weit, doch nicht so extrem wie bei Eve. Vielleicht lag das auch an der anderen Erzählperspektive, denn lediglich Eve ist mit ihren Tagebucheinträgen vertreten und alles weitere wird von einem außenstehenden Erzähler wiedergegeben.

Nachdem die Charaktere eingeführt wurden waren, konnte ich mir die weitere Handlungen in ihren Grundzügen bereits ausmalen und ich lag – leider – nicht daneben. Sogar den Showdown konnte man über 100 Seiten vor Schluss schon prophezeien. Anscheinend hat der Autor seine ganze Kreativität auf die Gestaltung seines Schauplatzes „Pastworld“ konzentriert und danach war nichts mehr für seine Figuren und die Handlung übrig.

Leider bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass der Autor viel Potential bei der Umsetzung einer guten Idee verschenkt hat. Mehr als 2 von 5 Seiltänzen kann ich dafür nicht vergeben.

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2 Kommentare zu “Ian Beck – Pastworld

  1. buchmelodie sagt:

    Da beste an diesem Bucb ist das tolle Cover. Ich habe es jedenfalls nicht mal bis zur Mitte geschafft und dann abgebrochen.

  2. Myriel sagt:

    Hallo buchmelodie,
    ja, leider hat mich das Cover auch verführt und ich habe einen schön düsteren Roman mit viktorianischer Atmosphäre erwartet. Damit kann der Inhalt jedoch nicht mithalten. Allerdings war ich doch neugierig genug, ob das Ende so eintritt, wie ich es mir ausgemalt habe, so dass ich das Buch doch beendet habe (übrigens ohne große Überraschung 😦 )
    LG Myriel

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