Bernhard Hennen – Elfenlicht

Dieser Band aus der Elfenreihe des deutschen Autors schließt beinah nahtlos an den Vorgänger „Elfenwinter“ an, in dem der Krieg der Trolle gegen die Elfen und die Eroberung Albenmarks durch diese grauen Riesen begann. Zwar konnte sich Emerelle von ihren schweren Verletzungen erholen und ihren Platz auf dem Thron von Albenmark wieder einnehmen, doch ist die Gefahr durch die Trolle noch lange nicht gebannt. Nachdem sie aus der Welt der Menschen zurück in ihre Heimat im Norden Albenmarks gelangt sind, bereiten sie die Eroberung des Herrscherthrons vor. Nur durch ein riskantes Manöver kann Emerelle einen allzu schnellen Sieg der Trolle verhindern, doch dadurch hat sie düsteren Schatten den Weg in ihre Burg geöffnet. Gefangen zwischen diesen zwei Fronten ist sie ganz auf sich allein gestellt, denn ihre rechte Hand, der Schwertmeister Ollowain ist in geheimer Mission unterwegs.

„Elfenlicht“ ist ebenso wie der Vorgänger „Elfenwinter“ zeitlich recht früh in der großen Handlung aus „Die Elfen“ angesiedelt. Während die Helden aus „Die Elfen“ nur Erwähnung in Gesprächen und Liedern finden, begegnet der Leser vielen Charakteren aus „Elfenwinter“ wieder. Dank eines Zeitsprungs von 14 Jahren kann man dabei den Werdegang der menschlichen Protagonisten sehr gut verfolgen, während sich die Albenkinder im Allgemeinen nur wenig verändern. Allerdings wurde ich in Bezug auf zwei sehr zentrale Charaktere eines Besseren belehrt und lernte Seiten an ihnen kennen, die ich nicht vermutet hätte. Dennoch blieb das Bild dieser Personen in sich stimmig.

Die Handlung selbst ist ziemlich zerfasert. Nicht nur, dass sich die Geschehnisse in zwei verschiedenen Welten abspielen, sondern es sind auch noch zahlreiche Völker involviert, die alle mindestens einen Erzählstrang innehaben. Zwar war man als Leser recht umfassend darüber informiert, was vor sich geht, aber man musste sich auch ständig wieder auf Orts- und Perspektivwechsel einstellen. Zum Glück waren die Kapitel lang genug für eine jeweilige Neuorientierung.

Etwas Schwierigkeiten bereitet haben mir die Bezüge zu den Geschehnissen in „Elfenwinter“. Mittlerweile dürfte es 5 Jahre her sein, dass ich dieses Buch gelesen habe und mir waren nur noch einige Eckpunkte im Gedächtnis verblieben. Allerdings wurden meine verschütteten Erinnerungen nach und nach freigelegt, so dass ich den Zusammenhängen zwischen beiden Bänden recht gut folgen konnte. Wer die Möglichkeit hat, dem würde ich aber zu einer zeitnaheren Lektüre des Folgebands raten. Deswegen werde ich auch nicht wieder Jahre vergehen lassen, ehe ich mich dem letzten Teil der Trilogie um die Trollkriege, „Elfenkönigin“ widme.

Ein weiterer Grund für eine rasche Lektüre des nächsten Bandes sind einige Fragen, die am Ende von „Elfenlicht“ offen geblieben sind. Zwar hat der Autor eine Auflösung des unmittelbaren Konflikts aus dem Hut gezaubert, aber diese konnte mich weder völlig überzeugen – dafür kam sie zu unvermittelt daher – noch gibt sie Aufschluss über das weitere Schicksal einiger Personen. Um zu wissen, was aus ihnen wird, werde ich um die „Elfenkönigin“ nicht herumkommen. Für diesen Mittelteil der Trollkrieg-Trilogie vergebe ich 4 von 5 roten Mützen.

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