Jonathan Safran Foer – Tiere essen

Als der Bestsellerautor Jonathan Safran Foer angehender Vater wird, macht er sich Gedanken, wie er sein Kind aufziehen soll und auch was er ihm zu essen geben soll. Kann er ihm bedenkenlos Fleisch servieren? Oder würde er damit durch sein Kind zum Leid auf dieser Welt beitragen? Ausgehend von dieser Fragestellung beginnt Foer sich mit der Herstellung von Fleisch zu beschäftigen – auf gut Deutsch: mit der Tierzucht. Und da fast alle Tiere in den Industrieländern in Massentierhaltung leben, nimmt dieses Thema den größten Teil des Buches ein.

Dieses Buch ist keinesfalls ein Sachbuch, sondern die sehr persönliche Beschäftigung eines Menschen mit dem Thema Ernährung. Dennoch hat Foer seine Erfahrungen und die Ergebnisse seiner Recherchen ergänzt um Fakten und Resultate aus umfassenderen Untersuchungen. Allerdings betreffen alle Angaben die Situation auf dem amerikanischen Markt und die dortige Massentierhaltung. Jedoch wurde die deutsche Ausgabe des Buches ergänzt um entsprechende Anmerkungen zur Situation in Deutschland. Diese ist zwar nicht ganz so extrem wie in den USA, aber nur fast. Dass, was Foer berichtet bzw. was ihm von Arbeitern auf Tierfarmen und in Schlachtbetrieben erzählt wurde, ist brutal und grausam. Nur weil sich die Tiere nicht wehren oder schreien können, müssen sie als lebende Punchingballs zum Aggressionsabbau der Arbeiter herhalten, die sich an ihnen austoben.

Wer mit der Lektüre dieses Buches beginnt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Foer Missstände schonungslos offen legt und anprangert. Er zwingt den Leser damit, sich selbst gegenüber über seinen Anteil an diesen Missständen Rechnung zu legen und auf Basis dieses Wissens zu entscheiden, wie er sein Leben weiterführen will. Da dies jedoch eine ebenso persönliche Entscheidung ist wie die, die der Autor schließlich nach Abschluss seiner mehrjährigen Recherchen getroffen hat, möchte ich für dieses Buch keine Wertung vergeben. Lest es lieber selbst und bildet euch eine eigene Meinung.

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