Ruth Rendell – Das Verderben

Chief Inspector Wexford hat es zu Beginn dieses Romans mit dem Verschwinden der 16jährigen Lizzie zu tun, die nach 3 Tagen plötzlich einfach so wieder bei ihrer Mutter auftaucht, ohne eine plausible Erklärung liefern zu können. Als eine Woche später eine junge Frau ebenfalls für einige Tage verschwindet und genau wie Lizzie wieder auftaucht, ist es Wexford klar, dass es einen Zusammenhang geben muss. Seine Nachforschungen werden aber davon überschattet, dass ein verurteilter Pädophiler zurückkehrt und die Nachbarn der Sozialsiedlung dagegen Sturm laufen. Als wenig ein kleines Mädchen verschwindet, steht für viele der Täter bereits fest und Wexford hat alle Hände voll zu tun, um die aufgebrachten Massen unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig nach dem Kind zu suchen.

Dass es sich bei diesem Krimi um den Teil einer Reihe um den Chief Inspector Wexford handelt, wusste ich weder vor der Lektüre noch ist es mir währenddessen aufgefallen. Das familiäre und kollegiale Umfeld von Wexford war ausreichend erklärt und obwohl auf frühere Geschehnisse angespielt wird, waren diese Stellen nicht störend oder gar entscheidend für den Kriminalfall.

Genauer gesagt handelt es sich sogar um zwei Fälle, die die Autorin in dem Buch verknüpft. Zum Einen geht es um das mehrtätige Verschwinden von Lizzie und später auch von Rachel, die über das, was währenddessen vorgefallen ist, keine Auskunft geben können bzw. wollen. Obwohl sie beide unbeschadet zurück zu ihren Familien gekommen sind, wurde mit ihrer Entführung gegen das Gesetz verstoßen und wecken Wexfords kriminalistisches Gespür. Zum Anderen muss sich der Chief Inspector um das Verschwinden der kleinen Sanchia kümmern, die nachts aus ihrem Bettchen im Elternhaus entführt wurde und von der seither jede Spur fehlt. Zusätzlich dazu greift Rendell außerdem noch das Thema häusliche Gewalt auf und kann sich auch einige Äußerungen zum Leben in einer Sozialsiedlung nicht verkneifen.

An und für sich hätte aus jedem dieser Punkte ein spannender Krimi entwickelt werden können, doch so geballt stehlen sie sich gegenseitig die Show und dem Leser die Nerven. Schon allein bei dem äußerst zahlreichen Personal habe ich recht bald den Überblick verloren, von den Verknüpfungen der einzelnen Geschehnisse miteinander ganz zu schweigen.

Getreu dem Motto „Weniger ist mehr!“ vergebe ich auch nur 1,5 von 5 Regenmänteln und werde künftig meine Zeit nicht mehr mit dieser Autorin verbringen und mich stattdessen auf lohnendere Lektüre konzentrieren.

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