Maria V. Snyder – Poison Study

Yelena wartet im Gefängnis auf ihre Hinrichtung als Mörderin, als ihr ein einmaliges Angebot unterbreitet wird. Statt eines Galgens warten auf sie Räume im Herrscherpalast und nur die besten Speisen und Getränke – die sie als Vorkosterin des Commanders von Ixia probieren und dabei jeden Tag ihr Leben riskieren soll. Trotz dieses Risikos zieht Yelena die Möglichkeit einer tödlichen Vergiftung dem sicheren Tod am Strang vor und tritt ihre Ausbildung beim Sicherheitschef des Commanders an. Doch bereits am ersten Tag wird sie von diesem vergiftet und nur die tägliche Einnahme des Gegengifts bewahrt sie vor einem frühzeitigen Ableben.

Während sich Yelena mit ihren neuen Lebensumständen auseinandersetzt und sich nach einer Fluchtmöglichkeit umsieht, die sie nicht ihr soeben wiedergewonnenes Leben kostet, droht Ixia Gefahr aus dem Süden. Verkompliziert wird die Lage noch dadurch, dass Yelena ihre magischen Fähigkeiten entdeckt – doch Magie ist in Ixia bei Todesstrafe verboten.

Dadurch, dass man alles aus der Sicht der Ich-Erzählerin Yelena erlebt, erfährt man sehr viel über ihre Gedanken und Gefühle und ich konnte mich dadurch sehr gut in sie hineinversetzen. Nach und nach lernt man aus ihren Erinnerungen, was sie überhaupt erst ins Gefängnis gebracht hat und welche Dämonen in ihrer Vergangenheit lauern. Diese machen sie zwar verletzlich, doch zugleich verleihen sie ihr auch eine verbissene Stärke und den Mut, nicht aufzugeben. Als Heldin mit Ecken und Kanten hat sie somit meine Sympathie errungen und ich habe mit ihr mitgefiebert und gehofft.

Sehr gut gelungen ist der Autorin auch die Person des Sicherheitschefs Valek. Er ist ein typischer Vertreter der Spezies harte Schale, weicher Kern. Als solcher macht er zuerst einen denkbar schlechten Eindruck, ist abweisend und scheint sich keinen Deut um Yelenas Wohlergehen zu kümmern. Dass sich hinter dieser Fassade ein ganz anderer Charakter verbirgt, geht Yelena erst im Laufe der Zeit auf und die Erkenntnis stürzt sie in neue Ungewissheit.

Rein handlungstechnisch hat die Autorin einige gute Ideen ausgepackt, doch als etwas geübter Fantasyleser kann man sich viele Auflösungen schon im Voraus ausmalen. Dennoch hat es mir viel Spaß gemacht, Yelena auf ihren Abenteuer zu folgen und ich werde bestimmt auch noch die beiden anderen Bände der Trilogie lesen. Für diesen überwiegend abgeschlossenen Auftaktband vergebe ich 4 von 5 Stücken Criollo.

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