Truman Capote – Frühstück bei Tiffany

Der Ich-Erzähler dieses weltbekannten Romans erinnert sich rückblickend an seine kurze Bekanntschaft mit der jungen, quirligen 19jährigen Holly Golightly, die vom Land nach New York geflohen ist und dort lebenshungrig ein aufregendes Leben auf Kosten der Männer führt, die sie um den kleinen Finger wickelt. Während der Ich-Erzähler zu Beginn nur ein gesichtsloser Nachbar des It-Girls ist (so würde man sie jedenfalls heute nennen), lernt er Holly bald besser kennen und ist von ihrer sprühenden Ausstrahlung fasziniert. Doch er sieht ebenfalls die andere Seite der Medaille, wenn Holly an ihren Träumen zweifelt und sie nur noch ein Schaufensterbummel bei Tiffany, dem berühmten Juwelier, wieder aufmuntern kann.

Durch den Gegensatz zwischen dem bodenständigen Ich-Erzähler und dem exzentrischen Partygirl schafft Capote ein Spannungsverhältnis, in dem verschiedene Welten und Lebensstile aufeinander treffen. Doch trotz oder auch wegen dieser Gegensätze wird der Ich-Erzähler bald zu einer wichtigen Stütze in Hollys Leben und sorgt dafür, dass sie nicht völlig den Boden unter den Füßen verliert. Durch seine Anteilnahme an ihrem Leben erfährt er schließlich sogar die Wahrheit über ihre sorgsam verschwiegene Herkunft und den Grund für ihren übermäßigen Lebenshunger. Dieser Einblick in Hollys Vergangenheit sorgte bei mir dafür, dass ich das egozentrische Mädchen etwas besser verstand und ihre Motive nachvollziehen konnte.

Da ich bisher nur Ausschnitt aus der Verfilmung mit Audrey Hepburn kannte, war ich nicht auf die streckenweise auftauchende bedrückende Stimmung gefasst, die Holly immer wieder befällt und auch auf ihre Umgebung ausstrahlt. Dieser Kontrast zu bunten Partystimmung hat dem Roman eine zusätzliche Note verliehen und mir deswegen gut gefallen.

Insgesamt gesehen bin ich froh, dass ich endlich diesen Klassiker gelesen habe und vergebe 4 von 5 Sonnenbrillen.

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