Dan Brown – Das verlorene Symbol

Schon bevor ich mit dem dritten Abenteuer von Robert Langdon angefangen habe, konnte ich mir ausmalen, worauf ich mich einlassen würde. Selbstverständlich war klar, dass der Professor wieder in eine Angelegenheit hineingezogen würde, bei der das Wohl der Welt auf dem Spiel steht und seine besonderen Kenntnisse über die gängigen und die absonderlichen Symbole den Ausschlag geben würden. Mit Sicherheit würde er während seiner aufregenden Schnitzeljagd durch … (bitte Namen der Stadt einsetzen) von einer Frau begleitet werden, die sich jedoch nicht für die Rolle der Geliebten eignet.

Vom Aufbau her passt „Das verlorene Symbol“ sehr gut in die Fußstapfen, die schon „Illuminati“ und „Sakrileg“ hinterlassen haben. Diesmal verschlägt es Langdon nach Washington, wo sein Freund und Freimaurer Peter Solomon gekidnappt wurde. Der Entführer verlangt von Langdon, das Versteck des höchsten Wissens der Freimaurer zu finden – bis Mitternacht! Dass die CIA sich in den Fall einschaltet und ein unerklärtes Eigeninteresse an den Geschehnissen geltend macht, verkompliziert die Situation zusätzlich. Als auf die Schwester von Peter Solomon, die an bahnbrechenden Forschungen arbeitet, die das gesamte Weltbild aus den Angeln heben können, ein Mordanschlag verübt und ihr Labor zerstört wird, flüchtet sie zu Langdon und gemeinsam versuchen sie, das Netz zu zerreissen, in das sie sich verstrickt haben.

Dass es sich bei diesem Roman um den dritten mit Langdon als Hauptperson handelt, wird zwar durch verschiedene Anspielungen deutlich, jedoch lässt er sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Für diejenigen, die sich von Reihen abgeschreckt fühlen, mag dies eine gute Nachricht sein. Da ich jedoch die beiden vorherigen Bücher kenne, wäre eine merkbare Weiterentwicklung der Hauptperson Langdon wünschenswert gewesen. Leider hatte ich das Gefühl, dass es sich bei ihm immer noch um den gleichen verschreckten Theoretiker handelt, der schon zu Beginn von „Illuminati“ unbeteiligt in eine hanebüchene Verschwörung hineingezogen wurde und in der Zwischenzeit nicht das kleinste bisschen dazugelernt hat.

Rein handwerklich gesehen hat es Brown immer noch drauf, den Leser durch kurze Kapitel und einen eingängigen Schreibstil bei Laune und die Spannung hoch zu halten. Genauere Überlegungen über den Inhalt der gelesenen Seiten sollten jedoch unterdrückt werden, da die Verschwörungstheorien ziemlich an den Haaren herbeigezogen wirken – trotz gegenteiliger Beteuerungen des Autors.

Insgesamt gesehen hat Brown mal wieder nette Popcorn-Lektüre abgeliefert, die den Leser gut unterhält, solange er keine hohen Anforderungen stellt oder über das eben gelesene nachdenkt. Lediglich das philosophisch-freimaurerische Anhängsel nach dem eigentlichen Showdown hat den Eindruck einer abwechslungsreichen Schnitzeljagd gedämpft und daher komme ich auch nur auf 3 von 5 Pyramiden.

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