Ray Bradbury – Fahrenheit 451

Fahrenheit 451 bzw. 232° Celsius ist der Hitzegrad, bei dem Bücherpapier Feuer fängt. Diese Temperatur bestimmt das Leben des Feuerwehrmannes Guy Montag. Doch in seiner Welt löschen Feuerwehrmänner keine Feuer, sondern sie legen sie. Als Brennmaterial dienen dabei Bücher, denn sie sind als Träger aufrührerischer Traktate verboten. Nichts wird so sehr geschätzt wie die Gleichförmigkeit aller Bürger, die durch das interaktive Fernsehen gefördert wird, das alle zu einer großen Familie umformen soll.

Doch Montags Begegnung mit der Tochter seiner neuen Nachbarn, die sich dieser erzwungenen Assimilation widersetzen, bringt auch ihn zum Nachdenken und ehe er sich versieht, liest er in den Büchern, die er eigentlich verbrennen sollte. Dass dies kein gutes Ende nimmt, ist spätestens dann klar, als Montags eigenes Haus Gegenstand des nächsten Einsatzes der Feuerwehr ist. Ihm jedoch gelingt die Flucht und in der Wildnis findet er bei einigen anderen Bücherliebhabern endlich Gleichgesinnte.

Montag ist zwar alles andere als ein geborener Sympathieträger, doch ist es erhellend, seine Wandlung vom Diener des Systems hin zu einem Zweifler und schließlich sogar Gegner zu verfolgen. Seine Gedankengänge und z.T. widersprüchlichen Gefühle sind sehr realistisch dargestellt und haben mir dabei geholfen, eine Verbindung zu Montag aufzubauen.

Obwohl ich den groben Inhalt des Buches bereits kannte, zählte es bisher aber zu meinen Leselücken. Ich bin sehr froh, dass ich diese jetzt geschlossen habe, denn Bradburys Schreibstil hat mich gefangen genommen und mit seiner dystopischen Variante unserer Welt zum Nachdenken gebracht. Denn leider sind wir schon auf dem besten Weg dorthin, wo Bradbury uns gesehen hat: im Fernsehen laufen bereits eine Vielzahl uniforme Unterschichtensendungen, während Bücher zwar nicht unbedingt zu einer aussterbenden Art gehören, aber doch im Vergleich zum TV unterlegen sind.

Da der Roman mittlerweile schon weit über 50 Jahre alt ist, aber immer noch bzw. vielleicht sogar aktueller denn je ist, vergebe ich ganze 4,5 von 5 Salamandern.

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