Timothy Carter – Böser Engel

Stuart hat es nicht leicht – er ist Außenseiter in einer kleinen Stadt, denn er ist der einzig schwule Teenager weit und breit. Zudem hat er ein etwas seltsames Hobby, von dem fast niemand etwas weiß: er beschwört Dämonen, um sie über Gott und die Welt zu befragen. Daher weiß er auch, dass Masturbation keine Sünde ist. Doch als das aus heiterem Himmel überall zum höchst prekären Thema wird, gerät Stuart ins Kreuzfeuer, das sich immer weiter zuspitzt. Zuerst wird er nur gemieden, dann wirft ihn seine Mutter raus und schließlich will ihn ein aufgebrachter Mob töten, da sie Masturbation mittlerweile als Todsünde ansehen. Gemeinsam mit einigen anderen Teenagern, die inzwischen auch zwischen die Fronten gerieten, und einem von ihm beschworenen Dämonen macht sich Stuart auf die Suche nach der Ursache dieses plötzlichen Irrsinns – und wird in gefallenen Engeln fündig.

Der Ich-Erzähler Stuart ist alles andere als ein sympathischer Junge, denn mit seiner großen Klappe und seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein eckt er öfters mal an und bestätigt sich damit in seiner Außenseiterrolle. Trotzdem wurde es mir nicht langweilig, seiner Erzählung zu lauschen, zumal er sich nicht als strahlender Überheld präsentiert hat, sondern auch (Selbst-)Zweifel eingestanden hat.

Über die weiteren Personen erfährt man aufgrund der Erzählperspektive nur, was Stuart über sie denkt und das entspricht so ziemlich genau dem, was ich von einem Teenager erwarten würde.

Die Idee, dass ein Junge Dämonen beschwört – die übrigens nach Fließenreiniger stinken – und sie nach den wirklichen Zuständen in Himmel und Hölle befragt, fand ich amüsant und die Charakterisierung des Dämons Fon Pyre, den Stuart sich angelacht hat, hat mir öfters ein Grinsen beschwert. Etwas abgestoßen gefühlt habe ich mich allerdings davon, dass ausgerechnet auf die Sünde des Onanierens abgestellt wird, weil dies so plakativ provozierend wirkte.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei diesem Buch um einen flotten Jugendroman, der dank des Dämons Fon Pyre für humorvolle Momente sorgt, aber ansonsten recht durchschnittlich daherkommt. Dafür vergebe ich 2,5 von 5 Tomaten.

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