Markus Heitz – Die Legenden der Albae (1) – Gerechter Zorn

Das Volk der Albae mag manchem Leser der Zwergen-Reihe schon bekannt sein als die dunklen, grausamen Gegenbilder der Elben. In diesem Roman stehen sie im Mittelpunkt und man lernt sie anhand zwei ihrer aufstrebenden Kämpfer kennen: auf der einen Seite der arrogante Sinthoras, dem nichts wichtiger ist als sein Ansehen. Auf der anderen Seite Caphalor, ein bereits bekannter Krieger, dem jedoch seine Familie über alles geht. Als die Unauslöschlichen, die die Albae anführen, davon Kenntnis erlangen, dass nördlich ihres Reiches ein Dämon gesichtet wurde, der für sie zur Gefahr werden könnte, schicken sie die beiden Rivalen Sinthoras und Caphalor los sich der Sache anzunehmen, wohl wissend, dass jeder eigene Ziele verfolgt.

Während Sinthoras zu Beginn ein rechtes Ekelpaket war und nur an sich selbst und seinen gesellschaftlichen Aufstieg denkt und mir damit reichlich unsympathisch war, konnte ich mit Caphalor viel mehr anfangen. Doch im Laufe der Zeit haben sich die verschiedenen Charakterzüge der Beiden ausgeglichen: Sinthoras wurde „menschlicher“ und Caphalor hat die grausamen Seiten offenbart, für die die Albae weithin gefürchtet sind.

Diese grausamen Seiten waren mir an manchen Stellen jedoch zu aufgesetzt. Klar, die Albae tun Böses und gerade für ihre Sklaven, aber auch für Feinde haben sie furchtbare Strafen im Repertoire, doch die Motivation dahinter war sehr durchscheinend und die Gräueltaten haben auf mich mehr den Eindruck eines Alibis für den in der Zwergen-Reihe begründeten schlechten Ruf dieses Volks gemacht als das es wirklich in der Kultur der Albae verankert wäre.

Nichtsdestotrotz las sich das Buch sehr flüssig und schnell weg. Eine Karte und ein Personenverzeichnis erleichtern sowohl die räumliche Orientierung als auch den Durchblick bei all den auftretenden Personen, Wesen und Völkern. Zur zeitlichen Einordnung bleibt zu sagen, dass der Inhalt kurz vor den Geschehnissen aus „Die Zwerge“ angesiedelt ist und in den Grundzügen eine abgeschlossene Episode aus dem Leben der beiden Hauptpersonen erzählt.

Obwohl das Buch keinesfalls zu den anspruchsvollsten Fantasyromanen zählt, weiß es gut zu unterhalten und kann damit wieder an den ersten Roman der „Zwergen“-Reihe anknüpfen. Dafür vergebe ich 3,5 von 5 Nachtmahren.

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2 Kommentare zu “Markus Heitz – Die Legenden der Albae (1) – Gerechter Zorn

  1. Loki sagt:

    Liebe Myriel,
    es ist wirklich mal erfrischend zu sehen, dass jemand einen ähnlichen Eindruck von diesem Buch hatte, wie meinereiner, auch wenn ich zugeben muss, dass meiner deutlich schlechter gewesen ist. Mag daran liegen, dass ich mich generell für böse Elfen interessiere, doch diese Albae erinnerten mich weniger an durchtriebene Übeltäter, denn an gelangweilte Jungs, die mit der Lupe in der Sonne Ameisen verbrennen.

  2. Myriel sagt:

    Hallo Loki,
    dein Vergleich trifft den Nagel auf den Kopf. 😉
    VG Myriel

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