Rob Stevens – Perdido (1) – Das Amulett des Kartenmachers

Der Junge Hugo lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel Walter und bewundert ihn für seine Fähigkeiten als Kartografen sehr. Als der verzogene Sohn eines Adligen aus einer Laune heraus Entdecker werden will und eine Expedition ausrüstet, um seinem berühmten Zeitgenossen Christopher Kolumbus nachzueifern, ergreift Hugo die Chance und lässt sich als Kartograf anheuern. Zum Glück durchschaut Onkel Walter das Täuschungsmanöver, doch er hält Hugo nicht auf. Stattdessen begleitet er ihn auf seiner ersten großen Reise und unterstützt ihn, wo er nur kann.

Als nach Wochen auf See in einer Nebelbank endlich Land gesichtet wird, werden Hugo und sein Onkel als Vorauskommando entsandt, um eine Karte der Umgebung zu zeichnen. Doch der anfangs idyllische Eindruck des Eilands wird bald durch das Auftauchen von riesigen Vögeln getrübt, die Onkel Walter entführen. Auf sich allein gestellt begibt sich Hugo auf die Suche nach seinem Verwandten und trifft dabei auf verschiedene Bewohner der Insel: die sprechende Maus Herkules, das fliegende Schwein Pigasus, die Nixe Delfina und weitere kuriose Gestalten. Gemeinsam machen sie sich daran Hugos Onkel zu befreien.

Das positive Vorneweg: das Buch lässt sich sehr leicht lesen und stellt keine großen Anforderungen an das Zielpublikum, dass vorrangig aus abenteuerlustigen Kinder etwa ab 10 Jahren bestehen dürfte. Hugo ist zudem ein sympathischer Junge, der schnell Freundschaften schließt und hervorragend als Identifikationsfigur dient. Gemeinsam mit seinen neuen Freunden erlebt er ein großes Abenteuer, das nicht mit Gewalt auftrumpft sondern sich als Schnitzeljagd entpuppt.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass einige Fehler im Buch enthalten sind. Die Handlung ist z.B. zu Lebzeiten von Christopher Kolumbus angesiedelt, der zu Beginn selbst einen kurzen Auftritt hat und als Entdecker Amerikas gefeiert wird. Jedoch wurde erst später erkannt, dass Kolumbus nicht nur einige Inseln, sondern einen ganzen Kontinent entdeckt hat. Auch das Leben an Bord eines Schiffes, das wochenlang allein auf den Weiten der Meere unterwegs ist, wurde für meinen Geschmack viel zu sehr geschönt. Das Seemannsleben muss in einem Kinder- und Jugendbuch nicht in voller Härte wiedergegeben werden, doch etwas mehr Orientierung an der Realität hätte nicht geschadet.

Da das Buch mir trotz der Kritikpunkte einen netten Abend beschert hat, vergebe ich noch 3 von 5 Eicheln.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s