Tobias O. Meissner – Die Soldaten

Im Norden des einzigen Kontinents liegt die Heimat der Affenmenschen hinter einem Gebirge verborgen, das die Welt vor diesen Wesen zu schützen scheint. Doch nach dem missglückten Feldzug gegen die Affenmenschen ist die Festung Carlyr, die den einzigen Pass durch das Gebirge schützt, stark unterbesetzt. Deswegen wird Leutnant Fenna dorthin abkommandiert, um eine neue Kompanie auszubilden. Gemeinsam mit ihm lernt der Leser die Rekruten kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und begleitet sie während ihrer Ausbildung bis hin zu ihren ersten Aufträgen.

Rein inhaltlich klingt dieses Buch überhaupt nicht danach, als ob es mir gefallen könnte, und doch gehört es mit zu dem Besten, was ich dieses Jahr bisher gelesen habe. Meissner beschreibt selbst die alltäglichsten Momenten wie beispielsweise das gemeinsame Essen in der Kantine so, dass man als Leser das Gefühl hat dabei zu sein. Dadurch nahmen mich selbst eher banale Situationen gefangen und machten sie so zu etwas Besonderem.

Auch die Personen sind zumeist nichts Außergewöhnliches, doch durch ihre individuellen Wesenszüge sind mir viele der Rekruten und auch ihr Ausbilder näher gekommen. Deswegen habe ich mit ihnen umso mehr mitgefiebert, als sie sich außerhalb ihrer Festung beweisen mussten, zumal ich schon wusste, dass Meissner mit seinen Charakteren nicht gerade zimperlich umgeht.

Dies beweist sich auch in diesem Roman wieder, in dem sich Meissner der Thematik des Krieges annimmt, der Beweggründe um ihn zu führen und die Folgen, die er hinterlässt. Schonungslos hält er unserer Welt einen Spiegel vor und konfrontiert den Leser mit solch unangenehmen Fragen, die man sonst gern verdrängt. Unweigerlich überlegt man während der Lektüre, welche der Charaktere dem Monster Krieg zum Opfer fallen werden und wofür diese Opfer gebracht werden. Steckt wirklich ein Sinn dahinter oder ist es nur blinder Gehorsam, der all das Leid verursacht?

Trotz des Titels und der Thematik des Werdegangs einer Kompanie im Dienste der Königin darf man bei diesem Buch jedoch keine ausufernden Kampf- oder gar Schlachtszenen erwarten. Vielmehr kommt Gewalt nur in dem nötigen Umfang vor, um die Botschaft klarzumachen und den Leser damit zu konfrontieren.

Dass das Buch in der gleichen Welt spielt, in der auch die Reihe „Im Zeichen des Mammuts“ angesiedelt ist, sollte den unbefleckten Leser nicht abschrecken. Man kann den Roman hervorragend ohne Vorkenntnisse lesen. Eine Karte zu Beginn des Buches sowie ein Glossar und ein erstaunlich spoilerfreies Personenregister am Ende des Buches erleichtern die Orientierung und machen neugierig auf mehr.

Insgesamt gesehen hat mich die Lektüre trotz des für mich ungewöhnlichen Themas gefesselt und sehr stark zum Nachdenken gebracht. Zudem bin ich nun sehr gespannt auf die weiteren Bücher von Tobias O. Meissner, insbesondere seine Mammut-Reihe. Dafür gibt es von mir 4,5 von 5 Panzerlöwen.

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Ein Kommentar zu “Tobias O. Meissner – Die Soldaten

  1. Paramantus sagt:

    Oh ja, ein wirklich tolles Buch. hat mich sehr positiv überrascht 🙂 Mein Senf dazu: http://www.paramantus.net/?p=5589

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