Thomas Thiemeyer – Chroniken der Weltensucher (1) – Die Stadt der Regenfresser

Als der jugendliche Taschendieb Oskar von einem wohlhabenden Mann dabei erwischt wird, wie er ihn bestiehlt und ihn dieser Mann betäubt in sein Haus verschleppt, rechnet er schon mit dem Schlimmsten. Doch sein Entführer stellt sich als Carl Friedrich von Humboldt vor, Naturforscher und Sohn des großen Entdeckers Alexander von Humboldt. Und er braucht einen cleveren Dienstboten, der ihn auf eine Reise in die Anden begleitet und ihm dort zur Hand geht. Neben von Humboldt und Oskar gehen auch noch von Humboldts Nichte Charlotte und seine Haushälterin und eventuelle Geliebte Eliza mit auf die Reise.

Gleichzeitig macht sich eine andere Gruppe auf – ebenfalls in Richtung Anden, angezogen von den gleichen photographischen Platten, wie sie auch von Humboldt gesehen hat. Auf ihnen dargestellt ist eine Stadt über der Wolkengrenze, deren Bewohner sich auf noch nie gesehenen Luftschiffen fortbewegen. Da jedoch zwischen von Humboldt und der Spezialagentin der anderen Expedition ein nie geklärter Streit steht, artet die Forschungsreise in ein tödliches Wettrennen aus.

Dass es sich bei diesem Buch um ein Jugendbuch handelt, wird nicht nur anhand der beiden jugendlichen Protagonisten Oskar und Charlotte deutlich, sondern auch anhand der einfachen Sprache. Zu Beginn war sie mir bedeutend zu einfach – vielfach sogar nur eine Aneinanderreihung von stupiden Hauptsätzen. Entweder hat sich dies im Laufe der Geschichte gebessert oder meine Aufmerksamkeit diesbezüglich hat abgenommen.

Bei den Personen hat es sich ähnlich verhalten – zu Beginn schienen sie mir noch sehr stupide und schablonenhaft und obwohl etliche Klischees bis zum Ende des Buches nicht überwunden wurden, haben die Charaktere doch im Laufe der Geschehnisse etwas Farbe bekommen.

Die Idee, die hinter der Stadt der Regenfresser und ihrer Bewohner steckt, hat mir allerdings wieder ganz gut gefallen. Abgesehen von einigen Logiklöchern und übertriebenen Zufällen konnte ich mit diesem Part des Romans das meiste anfangen, während die Kennlernphase und die Reise hin zur Stadt der Regenfresser etwas zu gedehnt wirkten.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei diesem ersten, abgeschlossenen Abenteuer aus den „Chroniken der Weltensucher“ zwar um ein sprachlich simples, stellenweise klischeebehaftetes Jugendbuch, das durch das ungewöhnliche Setting und einige ausgefallenere Ideen wieder Pluspunkte sammeln konnte. Somit komme ich auf durchschnittliche 3 von 5 Kiwis.

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