Jan Michalsky – Süd Salatonien

Lange nach dem Untergang der Menschheit hat sich die nächste Stufe intelligenten Lebens entwickelt – die Salatonier. Als der Prophet Nostradanuss alle Helden Süd Salatoniens dazu aufruft, sich einer alles bedrohenden Gefahr zu stellen, erreicht diese Nachricht auch die beiden Geschöpfe, die am weitesten davon entfernt sind als Helden angesehen zu werden: der depressive Choleriker Pein Eppel und der ihn selbstlos beschützende Starvarius. Während Starvarius in der ihnen zufällig begegnenden Prophezeiung seine Chance sieht, der Welt zu beweisen, dass er eines Helden würdig ist, sieht Pein Eppel in dem riskanten Unterfangen lediglich die Möglichkeit, einen besonders eindrucksvollen Tod zu finden und so gemäß dem Glauben der Ananas eine hohe Stufe des Himmels zu erreichen. So stolpert das ungleiche Paar von einem abwitzigen Abenteuer zum nächsten auf der Suche nach der Höhle des Schicksals, die die Rettung für Süd Salatonien bedeuten kann.

Das Erstlingswerk des norddeutschen Autors enthält eine ganze Reihe skurriler Charaktere, von denen die beiden Hauptpersonen nur die Spitze bilden. Dabei hat Michalsky viel Fantasie bewiesen, die teilweise aber recht eigenwillige Formen angenommen hat.

Gleiches gilt für die Handlung, die stark episodenhaften Züge annimmt. Die verschiedenen Stationen, die Pein Eppel und Starvarius auf ihrer Suche nach der Höhle des Schicksals abklappern, versuchen sich gegenseitig zu überbieten. Leider hat Michalsky hier zu viel hineingepackt – weniger wäre an manchen Stellen mehr gewesen. Gerade die Episoden mit den Kukurbiten und Appeliaten fand ich zu aufgesetzt und nicht stimmig in die Handlung integriert. Einerseits will Michalsky mit Humor unterhalten, auf der anderen Seite soll seine Parodie kritisch sein. Diese Kombination ist ihm nicht ganz gelungen.

Trotz der genannten Kritikpunkte ist das Erstlingswerk durchaus lesenswert. Es hat mir viel Spaß gemacht, die Gegensätze des ungleichen Duos und ihre Auswirkungen auf ihre Handlungen zu verfolgen. Zudem haben mich viele Kleinigkeiten amüsiert und am Ende kann der Roman sogar noch mit einem gelungenen Twist aufwarten, der neugierig auf die Fortsetzung macht, an der der Autor gerade arbeitet. Dafür vergebe ich respektable 3,5 von 5 Zeitziegen und empfehle allen, die jetzt neugierig geworden sind, einen Besuch auf der Homepage des Autors mit umfangreichen Leseproben.

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