Robin McKinley – Atem der Nacht

Nach einem anstrengendem Arbeitstag in der Backstube will Sunshine nur noch etwas Ruhe und fährt deshalb an den See, an dem ihre Großmutter eine Hütte hatte. Doch der stille Abend findet ein jähes Ende, als sie dort von einer Gruppe von Vampiren aufgespürt und gefangen genommen wird. Aber anstatt sie gleich zu verspeisen, bringen sie sie in eine alte Villa und ketten sie dort neben einem anderen Vampiren an, den sie höhnisch als ihren Gast bezeichnen. Doch Sunshine ist nicht irgendwer, sondern die Tochter eines bekannten Magiers und entdeckt die magischen Fähigkeiten ihrer Kindheit wieder, mit deren Hilfe sie ihren Mitgefangenen befreit. Gemeinsam werden sie nach ihrer Flucht von ihren Häschern gejagt und schließen daher notgedrungen ein Zweckbündnis, mit dem Ziel sich ihrer Feinde zu entledigen. Leichter wird dieses Vorhaben aber nicht, als die Special Other Forces, die Polizei für nichtmenschliche Wesen, ahnt, dass Sunshine kein normaler Mensch ist.

Die Welt, in der sich dies abspielt, ähnelt zu einem Großteil unserer Welt am Ende des 20. Jahrhunderts, und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied: es gibt Magie und magische Wesen. Die Vampire sind die Gefürchtetsten unter den Anderen, doch gibt es auch Werwesen in jeglicher Gestalt, Zombies und viele Weitere. Sunshine hingegen stammt von menschlichen Magiebegabten ab – ihr Vater war ein Hexer, der in den Voodookriegen, die in ihrer Kindheit die Welt überzogen haben, gekämpft hat.

Von dieser Welt erfährt man nur das, was man selbst sieht oder worüber sich die Ich-Erzählerin Sunshine Gedanken macht. Ihre Abschweifungen, die geschickt in ihre Gedankengänge eingebettet sind, waren für mich sehr hilfreich, um mir ein Bild von der Welt zu machen. Die Lücken, die dennoch bleiben, machen das Setting für mich umso komplexer, denn nur von einfachen Schöpfungen kann man einem Leser alles offenbaren. Eine einzige bedeutende Sache habe ich jedoch nicht verstanden und lange darüber gegrübelt. Schlussletztendlich habe ich es dann so hingenommen und weiter meinen Spaß mit dem Buch gehabt.

Die Hauptperson Sunshine ist für mich eine gute Sympathieträgerin. Durch ihren Job als Bäckerin in dem Restaurant des Freunds ihrer Mutter ist sie sehr bodenständig und findet Freude an den einfachen Dingen des Lebens. Doch nach der Begegnung mit den Vampiren ändert sich für sie fast alles und die Verwirrung und Unsicherheit, die sie dadurch empfindet, sind sehr greifbar geschildert und haben sie mir noch näher gebracht. Als Bonus empfand ich ihre Beziehung zu Connie, dem Vampir, den sie gerettet hat und an den sie dadurch unfreiwillig gebunden ist. Einerseits fühlt sie sich zu ihm hingezogen, aber andererseits begreift sie seine Existenz und ihre Beziehung zu ihm als Gefahr. Besonders witzig hingegen wird es, wenn sie sich die Reaktion ihrer Umwelt auf ihre Vampirbekanntschaft vorstellt.

Insgesamt gesehen ist das Buch in der momentanen Romantasy-Schwemme eine angenehme Abwechslung, denn Vampire bleiben gefährliche Blutsauger und trotz einer gewissen Schwärmerei der Hauptperson für einen bleibt der Roman erfreulich erotikfrei und unterhält stattdessen mit Spannung und Humor. Das ist mir 4 von 5 Zimtschnecken wert.

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