Giles Milton – Samurai William. The Englishman who opened Japan

Milton legt mit diesem Buch eine Biografie über William Adams vor, einen englischen Navigator, der im Jahr 1600 mit seinem Schiff und einigen Männern in Japan strandete. Nach einem ausgeprägten Kulturschock beginnt Adams sich in die fremde Zivilisation, ihre Regeln und Rituale sowie ihre Tabus einzugewöhnen und erlangt dadurch ein so tiefes Verständnis für die Japaner, wie es zu seinem Lebzeiten keinem anderen Europäer gelang. Am Hof des Shōguns Tokugawa Ieyasu stieg er schnell in hohe Ränge auf und wurde ein einflussreicher Berater des Shōguns, wofür ihn dieser sogar in den Stand eines Samurais erhob. Da Adams aufgrund seiner Wissens für Ieyasu ein wertvoller Vasall war, verbot er ihm Zeit seines Lebens die Rückkehr nach England, so dass Adams nach 20 Jahren schließlich in Japan starb und dort begraben wurde.

Adams Leben diente dem Autor James Clavell als Vorbild für die Figur des John Blackthorne in seinem Mammutwerk „Shōgun“. Nachdem ich diesen Roman begeistert gelesen habe, wollte ich mehr über den realen Adams wissen und liebenswerterweise hat mir nomadenseele Miltons Biografie ausgeliehen.

Leider nimmt Adams Leben selbst maximal die Hälfte der Seiten ein, der Rest ist mit Details aus den Leben seiner Schiffskameraden und anderen Japan-Reisenden dieser Zeit gefüllt. Auf der einen Seite hat man dadurch einen etwas umfassenderen Blick auf Adams Rolle und die Reaktion seiner Zeitgenossen auf ihn bekommen, was mir geholfen hat, einige Zusammenhänge zu erkennen. Aber auf der anderen Seite trat Adams selbst für meinen Geschmack viel zu häufig in den Hintergrund oder wurde sogar seitenlang kein einziges Mal erwähnt. Für eine Biografie über ihn war mir das einfach zu wenig.

Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch mit zahlreichen schwarz-weiß Abbildungen aufgelockert ist, die Szenen aus dem damaligen Japan zeigen und damit die Schilderungen von Milton ergänzen.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und hatte dabei einige Probleme mit dem Verständnis. Milton greift auf einen recht umfangreichen Wortschatz zurück, bei dem ich ihm nicht immer folgen konnte. Gerade was die Seefahrt und Schiffe angeht, fehlt mir das notwendige Wissen. Nach einigen Sätzen oder spätestens einem Abschnitt konnte ich jedoch erneut Fuß fassen und es ging weiter im Text. Im Zweifel sollten interessierte Leser aber lieber auf die deutsche Ausgabe zurückgreifen.

Insgesamt gesehen war die Lektüre des Buches keine Zeitverschwendung und ich habe mehr über die reale Vorlage für Clavells Romanfigur des John Blackthorne gelernt. Ausgehend von der Intention des Buches, eine Biografie über William Adams abzuliefern, war ich vom Ergebnis jedoch etwas enttäuscht und komme somit nur auf 3 von 5 Fabriken.

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