Alon Hilu – Das Haus der Rajanis

Ende des 19. Jahrhunderts erreicht der jüdische Siedler Isaac gemeinsam mit seiner Frau Esther das gelobte Land Israel und hofft dort auf einen Neuanfang. Doch bereits bei ihrer Ankunft zeichnet sich ab, dass es nicht leicht wird, denn als erstes landet der Koffer von Issacs Frau im Wasser. Im weiteren Verlauf läuft es weder in Isaacs Ehe noch bei seiner Suche nach fruchtbarem Land zur Bepflanzung sonderlich gut. Doch dann lernt er Salach Rajani und dessen Mutter kennen. Anfangs ist Afifa wenig erbaut angesichts der Sehnsucht, die ihr Sohn Salach nach dem fremden Juden hat, doch da Isaac in dem geistig verwirrten Jungen wieder mehr Lebensfreude wecken kann und sich Salach in seiner Gegenwart wohlfühlt, toleriert sie Isaacs Anwesenheit auf dem Land der Rajanis und gibt sogar seinem Werben nach. Als jedoch Afifas Mann von einer seiner langen Reisen zurückkehrt, droht das Ende der Beziehung zwischen Isaac und Afifa & Salach.

Wie es danach weitergeht, kann ich leider nicht sagen, da ich das Buch knapp vor Seite 150 abgebrochen habe. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine Handlung, die wesentlich über meine Zusammenfassung hinausgeht. Isaac ist in seiner Ehe unglücklich, da sich ihm seine Frau Esther verweigert. Deshalb sucht er Zerstreuung – erst bei einigen arabischen Prostituierten und danach bei Madame Rajani. Sie selbst steht dem Juden erst skeptisch gegenüber, doch kann sie seinem Charme und der Zuneigung, die er Salach entgegenbringt, nicht lange widerstehen.

Neben diesen sexlastigen Abschnitten, die aus Isaacs Tagebuch entnommen sind, erfährt der Leser auch vieles von dem, was in Salachs Kopf vor sich geht. Der Junge scheint geistig verwirrt, glaubt er doch, dass in einem Teich auf dem Anwesen ein Dämon lauert, der ihn früher oder später holen wird und dass Isaac ein Engel ist, der ihn vor dem Dämon beschützt. Diese bizarren Fantasien aus Salachs Aufzeichnungen bilden einen ziemlich starken Kontrast zu Isaacs Niederschriften. Leider werden dadurch die einen Belanglosigkeiten nur von anderen Belanglosigkeiten abgewechselt und kein Part gewinnt dadurch. Daran ändert sich auch nichts, wenn man weiß, dass sowohl Isaacs als auch Salachs Aufzeichnungen authentisch sind und vom hebräischen Autor Alon Hilu nur übersetzt und neu veröffentlicht wurden – es bleiben Belanglosigkeiten.

Gut möglich, dass auf den verbleibenden 200 Seiten noch eine spannende Wendung der Ereignisse geschieht, die ich verpasst habe. Doch bis zu dem Punkt, bis zu dem ich ausgehalten habe, hat mich rein gar nichts gefesselt und mir fehlt jegliches Interesse daran, wie es mit Isaac, Afifa und Salach weiterging. Zu mehr als 1 von 5 Billetts kann ich mich deswegen nicht durchringen.

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2 Kommentare zu “Alon Hilu – Das Haus der Rajanis

  1. […] Bücherzeit Alon Ḥilu (Hebrew אלון חילו) (born Jaffa, Israel, June 21, 1972), is an Israeli […]

  2. nomadenseele sagt:

    Das Buch war furchtbar: Schlimmer Schreibstil und langweilige Charaktere.

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