Mo Hayder – Die Sekte

Als der Journalist Joe Oakes nach „Pig Island“ eingeladen wird, um die dort zurückgezogen lebenden Mitglieder einer Sekte zu interviewen und dadurch möglicherweise den sich hartnäckig haltenden Gerüchten um den „Teufel“ auf die Spur zu kommen, glaubt er erst an das große Los. Doch schnell wird Joe klar, dass der Ausflug auf die abgelegenen Insel vor der Küste Schottlands nicht das ist, was er erhofft hat. Eigentlich wollte er den Sektengründer Malachi Dove als Scharlatan bloßstellen, doch wird ihm von den Sektenmitgliedern erzählt, dass dieser verrückt geworden sei und sich auf der anderen Inselseite aufhält – gemeinsam mit den Schweinen, die der Insel zu ihrem unrühmlichen Spitznamen verholfen haben. Was genau es allerdings mit dem „Teufel“ auf sich hat, der auf der Insel leben soll und von dem es auch ein kurzes Video gibt, wird Joe an seine Grenzen treiben – und darüber hinaus!

Die Autorin Mo Hayder ist bekannt für ihre Psychothriller und so sollte man sich auf einige heftige Szenen einstellen, wenn man dieses Buch aufschlägt. Was genau auf der Insel geschah und auch danach, dass wird von Joe Oakes rückblickend aus der Ich-Perspektive erzählt. So ist man einerseits immer sehr dicht an den Geschehnissen dran, in die Oakes verwickelt ist und man lernt seine Gedanken, Vermutungen und Schlussfolgerungen kennen, aber dadurch ist die eigene Sichtweise des Lesers auf die Ereignisse sehr eingeschränkt. Mit diesem Aspekt der gewählten Erzählperspektive versteht Hayder sehr geschickt zu spielen und je weniger sich Oakes darüber klar ist, was genau geschehen ist und was er noch glauben kann, desto mehr ist auch der Leser verunsichert.

Der Nachteil ist jedoch, dass man als Leser gezwungenermaßen Oakes Perspektive einnimmt und er nicht unbedingt der sympathischste Mensch ist. Deswegen fiel es mir nicht immer ganz leicht, seiner Sichtweise auf die Dinge zu folgen und ich hatte mir öfters einen anderen Blick auf die Handlung gewünscht. Allerdings wären dadurch so einige Überraschungsmomente verloren gegangen, so dass sich letztendlich die Vor- und Nachteile fast ausgleichen.

Was im Ergebnis bleibt ist ein recht spannender, an manchen Stellen ziemlich gruseliger Psychothriller mit einigen blutigen Szenen, den sich furchtsame Menschen – wenn überhaupt – lieber nur bei strahlendem Sonnenschein zu Gemüte führen sollten. Von mir gibt es 3 von 5 Schweineschädeln.

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