Glenn Meade – Der zweite Messias

Als der Archäologe Jack Cane bei Ausgrabungen in Qumran, Israel, auf eine weitere der dort versteckten Schriftrollen aus der Zeit Jesu Christi stößt, ist seine Freude beinah grenzenlos. Der zu entziffernde Beginn des Dokuments lässt darauf schließen, dass sie die Lebensgeschichte von Jesu Christi enthält – von einem Zeitgenossen niedergeschrieben! Dann jedoch wird Canes Mentor ermordet und die Schriftrolle gestohlen. Als der Verdacht der Polizei auf ihn fällt, beschließt Cane auf eigene Faust zu recherchieren. Unterstützt wird er dabei von der Pflegetochter seines Mentors, der attraktiven Yasmin. Die Spur, die sie verfolgen, führt in den Vatikan, wo soeben ein neuer Papst gewählt wurde, der versprochen hat die vatikanischen Archive zu öffnen und alle Geheimnisse des Kirchenstaates preiszugeben. Dass nicht alle Kirchenmänner damit einverstanden sind, ist klar, doch manche sind bereit über Leichen zu gehen, um dies zu verhindern.

Der männliche Hauptdarsteller dieses filmreifen Thrillers in der Tradtion der Kirchenthriller Dan Browns ist zweifellos der Archäologe Jack Cane. Als seine Partnerin geht jedoch weniger die exotisch angehauchte Yasmin durch, die eher als schmückendes Beiwerk zu betrachten ist, sondern seine ehemalige Jugendfreundin und jetzige Polizistin Lela, die die Ermittlungen im Mordfall leitet. Als toughe, selbstbewusste Frau versucht sie die Untersuchungen objektiv zu führen ohne Rücksichtnahme auf ihre frühere Bekanntschaft mit dem Verdächtigen Cane. Insofern bleibt der Leser erfreulicherweise von einer klischeebehafteten Liebesgeschichte verschont.

Leider können andere Klischees dieses Genres nicht vermieden werden. So ist es auffällig, wie problemlos der gejagte Mordverdächtige herumreisen und sogar in andere Länder fliegen kann, ohne dabei behelligt zu werden. Die vom Autor verwendeten Kniffe wie Cliffhanger am Kapitelende sind auch nicht unbedingt das originellste Mittel um Spannung zu erzeugen, wobei sich die meisten Probleme, die sich unserem charismatischen Helden entgegenstellen, sowieso in Wohlgefallen auflösen. Das sich das Ganze dennoch flott wegliest, liegt am flüssigen und nicht übermäßig anspruchsvollem Schreibstil Meades.

Wer einen soliden Kirchenthriller sucht, ist mit diesem Roman gut bedient. Der Aufhänger an den Schriftrollen vom Toten Meer hat mir gefallen und manche Verwicklung, die im Laufe des Romans aufgedeckt wurde, habe ich so nicht kommen sehen. Dafür vergebe ich 3,5 von 5 Schriftrollen.

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