Vikas Swarup – Rupien! Rupien!

Als der arme Kellner Ram Mohammad Thomas in der indischen Quizshow „Wer wird Milliardär“ alle 12 Fragen richtig beantwortet, ist sofort der Verdacht vorhanden, dass er betrogen hat. Woher kann ein armer Schlucker wie der schon die richtigen Antworten kennen? Um diesen Verdacht zu entkräften, erzählt er die zwölf Begebenheiten aus seinem Leben, die ihm die Antworten auf die Fragen einbrachten.

Nach einem kurzen Prolog, in der der Leser die Situation erfährt, beginnt Ram Mohammad Thomas damit, seiner Verteidigerin und damit den Lesern die insgesamt 12 Episoden aus seinem Leben zu erzählen, die zu seinem Gewinn bei WWM beigetragen haben. Dabei folgt die Reihenfolge den in der Quizshow gestellten Fragen, so dass die verschiedenen Ausschnitte aus Rams Leben nicht chronologisch angeordnet sind. Dennoch erhält man in jedem der 12 Kapitel genügend Anhaltspunkte, um die Geschehnisse in Relation zu den vorherigen Episoden zu bringen. Insgesamt entsteht so ein beinah vollständiges Bild vom Leben des noch jungen Kellners, in dem er aber schon viel Elend gesehen und selbst ertragen hat.

Rams unstetes Leben hat ihn an viele verschiedene Orte geführt, von denen mir die wenigsten bekannt waren. Doch hat der Autor es geschafft, dass ich mich schnell in die häufig wechselnden Situationen eingefunden habe und sowohl die Atmosphäre in den vornehmen Vierteln als auch die in den häufiger vorkommenden Slums und armen Vororten spüren konnte. Ram selbst, der alles aus der Ich-Perspektive erzählt, wurde mir dabei aber nicht unbedingt sympathisch. Ich konnte mit ihm mitfühlen und habe Mitleid für ihn empfunden, aber in seine Gedanken- und Gefühlswelt konnte ich dennoch nicht richtig eindringen.

Insgesamt gesehen hat sich das Buch aufgrund des flüssigen Schreibstils schnell lesen lassen und die wenigen verwendeten indischen Begriffe sind in einem Glossar erläutert. Die Einblicke in das Leben der einfachen Bevölkerung in Indien waren in jedem Fall erhellend, auch wenn ich dem Erzähler dabei nicht richtig nahe gekommen bin. In Summe also ein durchschnittlich guter Roman mit interessantem Aufbau. Ich vergebe 3 von 5 Chapattis.

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