Samit Basu – Der letzte Held

Vor 200 Jahren wurde der finstere Herrscher Dan-Gemh besiegt, doch eine Prophezeiung spricht von seiner Rückkehr. Um ihm erneut entgegenstehen zu können, braucht es einen Helden. Nachdem verschiedene Auserwählte während ihrer Ausbildung gescheitert sind, ruhen jetzt alle Hoffnungen auf Prinz Asvin. Gemeinsam mit der schönen Magierin Maya, dem geheimnisvollen Kirin, dessen Leibwächter Stachel und dem Kampfkaninchen Stahl-Bunz setzt Asvin alles daran, die ihn in gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Mit Witz und Humor erzählt der indische Autor von Asvins Berufung zum Helden und anschließenden seiner Ausbildung. Asvin selbst blieb dabei recht blaß, doch gerade mit Maya und Kirin stehen ihm zwei sympathische Personen zur Seite, die beide aber auch mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. Während diese sich bei Maya hauptsächlich um den Gegensatz kämpfende Magierin vs. weibliche Gefühle drehen und man über ihre Tagebucheinträge sehr viel schmunzeln kann, ist Kirin viel düsterer veranlagt, was wohl an seiner geheimnisumwobenen Herkunft liegt, an die er sich kaum erinnern kann. Basu schafft es hier sehr gut, die düstere Stimmung bei Kirins Passagen nicht durch störenden Klamauk zu ruinieren, sondern findet ein gutes Mittelmaß zwischen Humor und Ernsthaftigkeit.

Bei unserem Held Asvin, den ich beinah als strahlenden Helden aus der Zahnpastawerbung empfand, war die Charakterzeichnung sehr einseitig, doch andere Personen weisen zum Glück wesentlich mehr Grautöne auf. Selbst die „Bösen“, aus deren Sicht auch einige Passagen erzählt werden, sind nicht per se böse, sondern haben ihre Gründe. Besonders gelungen ist in dieser Hinsicht der Abschluss dieses Buches, der einen anderen Weg einschlägt als ich lange Zeit erwartet habe.

Die Welt, die Basu hier erschaffen hat, lehnt sich in meinem Empfinden recht stark an sein Heimatland Indien an, welches er mit verschiedenen fantastischen Völkern abseits von Elfen und Zwergen besiedelt hat. Leider konnte ich mir diese nicht immer gut vorstellen und die fremdartigen Namen machten es mir auch nicht unbedingt leichter, sie voneinander zu unterscheiden. Im Groben wusste ich jedoch immer, auf welcher Seite des Spielbretts ich mich befand.

Im Vergleich zur deutschen Mainstream-Fantasy war dieses Buch herrlich erfrischend und nur zu gern wüsste ich, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Leider wurde aber nur der erste Band der Gameworld-Trilogie ins Deutsche übersetzt und selbst auf Englisch ist es schwer, an die beiden Folgebände heranzukommen. Schade! Für diesen Roman vergebe ich jedenfalls 3,5 von 5 Lampengeistern.

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