Janine Cross – Die Drachen-Tempel-Saga

Diese Trilogie der kanadischen Autorin umfasst die folgenden Bände:

  • Auf dunklen Schwingen
  • Im Bann des Feuers
  • Das Gift der Drachen

Auf insgesamt 1500 Seiten erschafft sie eine tropische Welt, dessen Dschungel unter der Herrschaft des Drachentempels steht und wo die meisten Menschen Sklaven sind, die einzig für das Wohl des Tempels und das der wenigen Drachenbullen leben und arbeiten. In einem der im Dschungel verstreuten Drachenhorte lebt die junge Zarq beim örtlichen Töpferclan. Doch sie ist rebellisch und sehnt sich nach der Freiheit und darin ähnelt sie ihrer Mutter. Als diese sich dem Willen ihres Clans widersetzt, der ihre andere Tochter ohne ihr Wissen verkauft hat, müssen sie und Zarq fliehen. In der Wildnis zwischen den einzelnen Drachenhorten kann ihre Mutter ihr mit letzter Kraft eine Zuflucht bei einem Konvent verschaffen, der sich um altersschwache Drachenbullen kümmert, bevor sie stirbt. Dort wächst Zarq zu einer jungen Frau heran, die vom Geist ihrer Mutter gezeichnet ist. Um diesen Fluch zu bekämpfen, verfällt sie dem Drachengift, das ihr einen gewissen Schutz verschafft. In den Visionen, die sie unter dem Einfluss des Gifts erlebt, scheint sich außerdem der Schlüssel dazu zu verbergen, warum es nicht gelingt, männliche Drachen in Gefangenschaft zu züchten. Sollte Zarq hinter die Lösung des Rätsels kommen, würde ihr das Wissen endlich die lang ersehnte Freiheit ermöglichen. Doch sie ist nicht die Einzige, die hinter dem Geheimnis her ist.

Während die Ich-Erzählerin Zarq zu Beginn des ersten Buches noch ein junges Mädchen ist, dessen Welt auf den Hof ihres Clans begrenzt ist, entwickelt sie sich allmählich zu einer erwachsenen Frau, die ihren Träumen unbeirrt folgt und dabei das Machtgefüge erheblich in Unruhe versetzt. Charakterlich verändert sie sich dabei allerdings nur wenig. Die Phasen, in denen sie in Selbstmitleid versinkt, wechseln sich mit ihren euphorischen Höhenflügen ab, bei denen sie ihren eigenen Einfluss maßlos überschätzt. Hinzu kommt, dass sie süchtig nach Drachengift geworden ist und ihre Handlungen zunehmend irrational und unberechenbar werden.

Die Sprache, in der die Bücher geschrieben sind, ist flüssig zu lesen und von der Satzstruktur her nicht zu einfach gehalten. Allerdings wirft die Autorin mit Adjektiven und Vergleichen ziemlich reichhaltig um sich und beinah auf jeder dritten Seite wird wiederholt, dass das Drachengift nach Limonen und Süßholz roch – ein bisschen mehr Vertrauen in das Gedächtnis ihrer Leser hätte nicht geschadet. Schwierigkeiten beim Lesen haben mir die vielen Fremdwörter gemacht, die Cross sich für ihre Fantasywelt ausgedacht hat. Zwar werden sie beim ersten Auftauchen erklärt, doch ist es mühselig, diese Stellen immer wieder heraus zu suchen, wenn das Wort hundert Seiten später wieder auftaucht. Ein Glossar wäre hier eine große Erleichterung gewesen.

Die Stärken des Buches liegen für mich weder in den Charakteren noch in der Sprache, sondern in der Darstellung eines eher untypischen Settings im Fantasy-Genre: die drückende Schwüle des Dschungels konnte ich beim Lesen beinah spüren ebenso wie ich gemeinsam mit Zarq auf der Hut war vor den diversen Gefahren, die im dichten Blätterdach lauern und für Unachtsame den Tod bedeuten können.

Insgesamt gesehen bietet die Trilogie um den Drachentempel eine ordentliche Geschichte mit recht soliden, aber nicht immer einfachen Charakteren und einem stringenten Spannungsverlauf. Dafür vergebe ich 3,5 von 5 Himmelswächtern.

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