Mike Jones – Sturzfahrt vom Everest. Mit dem Kajak durch Wildwasser und ewiges Eis

In diesem Reisebericht geht es um eine Expedition des erfahrenen Kajak-Fahrers Mike Jones, der sich vorgenommen hat, den Dudh Kosi, der in einem Gletschersee in der Nähe des Basislagers am Mount Everest entspringt, zu befahren. Dieser Fluss gehört jedoch zu den gefährlichsten auf der Welt, da er sehr steil ist und voller Hindernisse. Trotzdem wagen sich mit ihm noch 6 andere Kajak-Fahrer auf den Fluss und riskieren dabei ihr Leben.

Zuvor liest man jedoch einiges über die Reisevorbereitungen, wie Sponsoren gewonnen werden, ein Budget aufgestellt wird und man sich Gedanken über die Zeitplanung machen muss, bis schließlich die Reise losgeht. Man merkt hier, dass das Buch bereits einige Jahre alt ist, denn heute ist es nicht mehr möglich, einfach so per Auto von England bis zum Himalaya zu fahren, quer durch Europa und den Nahen Osten inkl. Freiluftübernachtung in Afghanistan. Das tut der Faszination aber nicht unbedingt Abbruch sondern verbreitet eher einen etwas angelaufenen Charme.

Im Himalaya angekommen ist es mit der Gemütlichkeit vorbei. Die Wanderung bis an den Dudh Kosi heran und wie sie dann den Fluss bezwingen wollen, liest sich spannend und obwohl ich die ganzen Fachausdrücke aus dem Kajak-Sport nicht kenne, konnte ich mir ein ungefähres Bild der Aufgabe machen, die vor den Jungs lag (das Glossar am Ende habe ich erst nach der Lektüre entdeckt). Wie sehr sich die Sportler hier auf ihr eigenes Geschick und ihre Kameraden verlassen müssen, hat mich ziemlich beeindruckt – da bleibt kein Spielraum für Eitelkeiten und Alleingänge.

Gut gefallen hat mir auch, dass wirklich die sportliche Herausforderung im Mittelpunkt stand und nicht einmal die Marke des Kaffees erwähnt wird, den die Expedition eingepackt hat. Von Nepal und seinen Bewohnern erfährt man nur am Rande etwas, halt die kleinen Einblicke, die sich ergeben, wenn man in einem Teehaus einkehrt. Das rundet den Expeditionsbericht gut ab ohne ihn zu überlagern. Schließlich soll hier ein Weltrekord aufgestellt und keine Volkskunde betrieben werden.

Insgesamt ist es ein nettes Buch für zwischendurch, dass aber nicht zum Nachmachen einlädt. Denn wie gefährlich der Kajaksport sein kann, wird durch eine kleine Bemerkung am Ende des Buches bestätigt, die den Tod des Autors während einer Expedition zum Karakorum zwei Jahre später enthüllt. Ich vergebe 3 von 5 Walzen.

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