Wolfgang Hohlbein – Die Chronik der Unsterblichen (11) – Glut und Asche

Eigentlich sollte mit dem 10. Band der Chronik der Unsterblichen, „Göttersterben“, endlich ein paar Antworten gegeben werden und damit der erste Teil der Chronik der Unsterblichen einen Abschluss erfahren, ehe sich im 11. Band ein neuer Handlungsstrang entfaltet. Da jedoch schon die Ankündigung zum 10. Band sich nicht bewahrheitet hat, sondern keine Antworten gegeben wurden, stand zu befürchten, dass sich auch das Versprechen zum 11. Band nicht erfüllen würde. Leider traf dies auch zu.

Handlungstechnisch entfaltet sich das selbe Spiel nach Schema F wie bisher auch. Schauplatz ist diesmal das London des Jahres 1666 ab. Andrej und Abu Dun befinden sich seit mehreren Jahrzehnten auf der Suche nach Loki, der im 9. Band Andrejs Geliebte getötet hatte und ihnen im 10. Band knapp entkommen konnte. Doch seitdem ist viel Zeit verstrichen und Abu Dun hat seine Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Andrejs Bestreben, sich an dem anderen Unsterblichen zu rächen. Wie gewohnt gibt es also Diskussionen zwischen Hexenmeister und Pirat und wie gewohnt stehen sie sich dennoch gegenseitig bei, wenn es Ernst wird.

Die Charaktere haben sich demnach nicht weiter entwickelt und spielen die ihnen zuteilten Rollen. Aus früheren Bänden tauchen alte Bekannte auf, die im Gegensatz zu Andrej und Abu Dun sogar einen Hauch von Grau tragen und nicht sofort ins Lager der Guten oder der Bösen einzuordnen sind.

Beim historischen Hintergrund hat sich Hohlbein diesmal den großen Brand von London ausgesucht, den er für seine Story zweckentfremdet. Ob man allerdings überhaupt noch von einer Story sprechen kann, ist bei der Chronik der Unsterblichen mittlerweile arg zu bezweifeln. Hohlbein versteht es meisterlich, die Seiten seiner Bücher zu füllen, ohne dass er damit wesentlich zur Handlung beiträgt.

Noch meisterlicher versteht er sich allerdings darauf, sein Geschriebenes zu recyceln – und zwar wörtlich. Zuvor ist mir nur aufgefallen, dass in verschiedenen seiner Bücher gleiche oder ähnliche Passagen und Formulierungen enthalten sind, aber nun ist er an dem Punkt angelangt, an dem er sich sogar innerhalb eines einzigen Romans wiederholt.

In Kombination mit den bereits genannten Kritikpunkten führen die üblichen Logiklöcher dazu, dass mir der Roman nicht mehr als 0,5 von 5 Ratten am Spieß wert ist. Schlimmer als die Wertung ist eigentlich, dass ich bereit bin, trotzdem den nächsten Roman der Chronik der Unsterblichen zu lesen, der dieser Tage erschienen ist. Naja, besser ein Laster als gar kein Auto. 😉

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