Istin, Jigourel & Lamontagne – Die Druiden (1) – Das Geheimnis der Oghams

Großbritannien gegen Ende des 5. Jahrhunderts: Das Christentum befindet sich auf dem Vormarsch und verdrängt dabei alle anderen Religionen, die sich ihm dabei in den Weg stellen. So ergeht es auch dem Glauben der Druiden, die vielerorts verleumdet und verfolgt werden. Als einige christliche Mönche grausam ermordet werden und man auf den Mordwaffen Oghams, die kryptischen Schriftzeichen der Druiden findet, stehen die Schuldigen schnell fest. Doch Bruder Budog traut diesen offenkundigen Beweisen nicht und erringt von Bruder Gwenole, der hinter den Kulissen viel Macht gesammelt hat, die Erlaubnis, seinen heidnischen Freund Gwenc’hlan zur Lösung dieses Mysteriums hinzuzuziehen.

Gwenc’hlan unterdessen wird während der Feiern zur Begrüßung des neuen Jahres in die Anderswelt gerufen, wo er von Morrigane eine Warnung erhält, dass in einigen Klöstern in Großbritannien dunkle Pläne geschmiedet werden, die seinem Volk nur Blut und Tod bringen werden. Allein Gwenc’hlan ist in der Lage, diese Pläne aufzuhalten und sein Volk zu beschützen. Als kurz darauf der Bote von Bruder Budog eintrifft und um seine Mithilfe bei der Aufklärung der Morde bittet, steht fest, dass diese eine Rolle in der von Morrigane erwähnten Verschwörung gegen die Druiden spielen.

In der Folge treffen zwei verschiedene Welten aufeinander: die der Druiden in Form von Gwenc’hlan und seinem Schützling Taran, und die des frühen Christentums verkörpert durch den Mönch Budog und seine Brüder. Während Budog selbst vermutlich aufgrund seiner früheren Bekanntschaft mit Gwenc’hlan dessen Ansichten gegenüber aufgeschlossen ist, wird der junge Taran von anderen Mönchen schikaniert. Dass mittels solcher Szenen eine schwarz-weiss Malerei der frühen christlichen Kirche verhindert wird, hat mir gut gefallen.

Etwas enttäuscht war ich, dass das Augenmerk anschließend vor allem auf der Lösung der Mordfälle lag und man nur wenig über die Druiden und ihre Lebensweise erfährt. Angesichts der Tatsache, dass dies aber nur der Auftaktband zu der 6-teiligen Reihe ist, erhoffe ich mir dahingehend noch mehr Einblicke in den Folgebänden.

Gut gelöst wurde meiner Meinung nach der Drahtseilakt zwischen historischer Korrektheit und den Erfordernissen einer spannenden Story. Bereits zu Beginn wurde in der Einleitung deutlich gemacht, dass sich die Autoren soweit wie möglich an überlieferte Tatsachen gehalten haben und ihre Figuren auf historischen Persönlichkeiten beruhen, sie von diesem Pfad jedoch abgewichen sind, sollte es die Handlung notwendig machen. Im Comic selbst wird die Authentizität durch die Verwendung von alten geografischen Namen und Begriffen erhalten, die im Glossar erläutert werden.

Obwohl es nach nur einem Band schwierig ist, sich eine Meinung über eine Reihe zu bilden, haben „Die Druiden“ in jedem Fall bisher mit einem spannenden Grundthema gepunktet, dass aber hoffentlich in den nächsten weiter in den Vordergrund rückt. Die Einführung der Figuren und der verschiedenen Positionen, für die sie stehen, ist gelungen und die Zeichnungen sind ebenfalls ansprechend, auch wenn die dargestellte Welt eher düster wirkt. Ich vergebe für den Auftakt 3,5 von 5 Torques.

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