Richard Schwartz – Das Geheimnis von Askir (1) – Das erste Horn

Eigentlich wollte sich der Krieger Havald zur Ruhe setzen und hat nur noch einen geeigneten Platz dafür gesucht. Dann jedoch findet er sich gemeinsam mit einigen anderen Reisenden in einem abgeschiedenen Gasthof wieder, wo sie alle Zuflucht vor dem aufziehenden Schneesturm gesucht haben. Eingeschlossen durch die tobenden Naturkräfte müssen sie sich darauf einrichten, einige Tage gemeinsam zu verbringen – möglichst ohne einander gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Zu der bunt gemischten Truppe gehört unter anderem die Magierin Leandra, von der sich Havald angezogen fühlt. Als ein grausamer Mord im Gasthof geschieht und der Verdacht laut wird, dass eine Bestie in Menschengestalt unter den Gästen lauert, droht eine Hexenjagd. Havald und Leandra nehmen die Spuren genauer unter die Lupe und finden heraus, dass der altehrwürdige Gasthof früher anderen Zwecken gedient hat und sich direkt unter ihm uralte Kraftlinien kreuzen, aus denen Magier ihre Macht beziehen können. Was hat dies alles mit dem untergegangenen Reich Askir zu tun, das mittlerweile ins Reich der Legenden eingegangen ist?

Durch die abgeschlossene Bühne, auf der Schwartz den Auftakt zu seiner Fantasy-Serie inszeniert, wird eine anfangs nur bedrückende, später zunehmend beklemmende Atmosphäre geschaffen, in der sich aufgrund des tobenden Schneesturms auch keine heimelige Wärme entfalten kann, sondern es im Gegenteil immer eisiger wird.

Dass in dieser Umgebung nur schwer Zuneigungen zwischen den verschiedenen Charakteren erblühen können, ist verständlich. Sehr gut dargestellt wird das gegenseitige Belauern der Gruppen, von denen jede die andere genau im Auge behält und für die jede Geste und jedes Wort eine Provokation darstellen können. Auf der einen Seite findet sich der alternde Krieger Havald, die Magierin Leandra sowie der Wirt und seine drei hübschen Töchter wieder, die das Begehr der beiden Söldnergruppen sind, welche auf der anderen Seite stehen. So schwarz-weiß, wie sich das jetzt anhört, ist das Szenario jedoch nicht eingeteilt, denn Schwartz hat noch einige Überraschungen in Hinblick auf die Motive und Ziele seiner Figuren parat.

Überraschungen gibt es außerdem hinsichtlich der Vergangenheit des Gasthofs, in dem sich die Handlung abspielt. Obwohl ich schon früher als Havald, dem Ich-Erzähler der Geschichte, wusste, dass etwas hinter den dicken Mauern verborgen ist, war es spannend, die Aufdeckung der verschiedenen Geheimnisse zu verfolgen, deren Spuren in das untergegangene Reich Askir weisen, von dem sich Leandra als Botin ihrer Königin Hilfe erhofft. Denn während die Reisenden im Gasthof vom Schneesturm eingeschlossen sind, drängt das südliche Reich Thalak immer weiter in das Gebiet von Illian vor, welches sich mittlerweile in arger Bedrängnis befindet.

Wie genau Leandras Mission aussieht, welche Rolle Havald darin spielt und was es mit Askir auf sich hat, wird in diesem Auftaktband zur Reihe „Das Geheimnis von Askir“ natürlich noch nicht enthüllt. Die Einführung der Figuren und die Vorstellung der Welt und der darin geltenden Regeln hingegen hat Schwartz hervorragend in eine spannende Handlung eingebettet, die meine Neugier auf den Rest der Reihe geweckt hat. Dafür vergebe ich 4 von 5 Bannschwertern.

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