Terry Goodkind – Das Schwert der Wahrheit (2) – Die Schwestern des Lichts

Dieser Band schließt beinah nahtlos dort an, wo „Das erste Gesetz der Magie“ geendet hat: Richard hat Darken Rahl, seinen Vater, besiegt, indem er ihn über die Kästchen der Ordnung getäuscht hat. Doch indem er zuließ, dass Darken Rahl überhaupt ein Kästchen der Ordnung geöffnet hat, wurde der Schleier, der die Welt der Toten von der Welt der Lebenden trennt, eingerissen und einige Wesen aus der Unterwelt sind bereits in den Midlands aufgetaucht.

Richard, der davon noch nichts ahnt, hält sich gemeinsam mit seiner geliebten Kahlan bei den Schlammmenschen auf, wo alles für ihre Hochzeit vorbereitet wird. Allerdings wird er von sich ständig verschlimmernden Kopfschmerzen geplagt, für die erst die plötzlich auftauchenden Schwestern des Lichts eine Lösung kennen: Richard ist Magier und wird von seinen erwachten magischen Kräften umgebracht, wenn er sich nicht von den Schwestern ausbilden lässt. Dazu gehört jedoch auch, dass Richard einen Halsring tragen muss, durch den ihm auch Schmerzen zugefügt werden können. Nach seinen Erlebnissen bei den Mord-Sith weigert sich Richard allerdings, jemals wieder einen Halsring zu tragen.

Während dessen erkennt der oberste Zauberer Zedd, dass der Schleier zwischen den Welten einen Riss hat und der Hüter der Unterwelt versuchen wird, in die Welt der Lebenden überzutreten und sie sich untertan zu machen. In der Hoffnung, mehr über die Magie des Schleiers zu erfahren, reist er quer durch die Midlands zu Adie, der Knochenfrau. Doch kaum dort angekommen werden sie von den Schergen des Hüters überfallen.

Kahlan konnte in der Zwischenzeit Richard davon überzeugen, dass er doch den Halsring der Schwestern des Lichts annimmt und mit Schwestern Verna zur Festung der Schwestern reitet, um dort seine Ausbildung zum Zauberer zu beginnen. Der Preis hierfür war jedoch hoch, so dass Kahlan ihrerseits nun losreitet, um Zedd zu suchen und ihn um Hilfe für Richard zu bitten.

Genau das ist dann auch der Punkt, der mich während des Lesens gestört hat. Ständig reiten, laufen, gehen oder fliegen alle möglichen Personen quer durch die Welt, immer auf der Suche nach jemanden, der helfen kann. Die Handlung zersplittert dabei in etliche Fäden, so dass man als Leser am Ende selbst nicht mehr weiß, was jetzt eigentlich die Gefahr ist und warum die Leute wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend rennen. Zur Verwirrung trägt außerdem bei, dass die Bedrohung durch den Hüter immer nur äußerst wage bleibt und deswegen hinter anderen Problemen zurücktritt, die zwischenzeitlich die Handlung dominieren.

Darüber ließe sich ja noch hinwegsehen, wenn die Charaktere dafür eine tiefergehende Wandlung durchlaufen würden, doch wo überhaupt eine Veränderung im Vergleich zum ersten Band der Reihe erkennbar ist, so ist diese eher negativ. Kahlan, die als Mutter Konfessor über das Schicksal der Midlands wachen müsste, entwickelt sich von der selbstbewussten Kämpferin weg zu Richards tränenüberströmtem Anhängsel, während Richard selbst vom Sucher der Wahrheit zu einem teils überheblichen, teils von Schuldgefühlen geplagten Schlächter mutiert, der jedem, der ihm im Weg steht, mit dem Tod droht.

Im Vergleich zum ersten Band fällt „Die Schwestern des Lichts“ deutlich ab und kann in keinem Punkt mehr mit „Das erste Gesetz der Magie“ mithalten. Zwar soll die Reihe erst ab der Hälfte merkbar nachlassen, doch für mich war bereits dieser Band eine Enttäuschung und falls ich doch irgendwann den Nachfolger „Die Günstlinge der Unterwelt“ in die Hand nehmen sollte, so wird bis dahin einige Zeit vergehen müssen. Mit Mühe und Not komme ich auf 3 von 5 Prophezeiungen.

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2 Kommentare zu “Terry Goodkind – Das Schwert der Wahrheit (2) – Die Schwestern des Lichts

  1. Soleil sagt:

    Ich habe mir gerade Teil 1 ertauscht und bin schon sehr gespannt, kenne bisher nur einzelne Teile der Serie. Was Du andeutest zeigt mir, dass sich Buch und Serie stark unterscheiden, zumindest in einigen Dingen. Dann darf ich wohl gespannt sein …

  2. TD sagt:

    @Soleil: Bücher und TV-Serie haben so gut wie gar nichts miteinander zu tun. In der TV-Serie wurden nur Grundelemente verwurstet.

    (Soweit man bei der Vorlage von verwursten sprechen kann…)

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