Mahi Binebine – Kannibalen (Zitat)

Die Zwänge des Lebens sind, wohlverstanden, die Feinde der Träume; sie wollen sie unablässig einsperren, mit Ballast beschweren, ihnen die Flügel stutzen. Daher wird ein Traum, den man zu lange in seinem Kopf gefangen hält, schlussendlich auch welk. Und stirbt. Gibt es etwas Trostloseres als einen Traum, der stirbt und – auf den Friedhof der Ohnmacht zukriechend – vergeht? Sicher nicht, denn die Träume gehören niemanden, brauchen niemanden. Aber sie legen ein kleines Stück Weges mit jedem zurück, der beharrlich um sie buhlt.

Binebine, Mahi: Kannibalen, 2004, Unionsverlag, S. 80

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