Edgar Wallace – Großfuß

Oberinspektor Minter, genannt Super, ist ein Geheimtipp bei Scotland Yard, allerdings aufgrund seiner streckenweise ziemlich unfreundlichen Umgangsformen gefürchtet. Ein merkwürdiger Landstreicher, der ein spanisches Lied singt, durch die Gegend schleicht und  die Leute in Angst und Schrecken versetzt, kündigt einen neuen Fall für Super an. Als kurz nach dem ersten Auftritt des Landstreichers eine Frau verschwindet und später ermordet aufgefunden wird, gilt er als Hauptverdächtiger. Doch das Ganze ist komplizierter, als es scheint, denn die ermordete Frau hatte ein Geheimnis, dass auch die hübsche Sekretärin ihres Arbeitgebers, Miss Leigh, in Gefahr bringt.

Vorweg genommen muss ich sagen, dass dies wieder einer der besseren Wallace-Krimis ist. Der Oberinspektor ist ein gelungener Protagonist, der trotz seines überlegenen Intellekts nicht als Überheld daherkam, weil er menschlich gesehen genug Ecken und Kanten hatte, die ihm zu mehr Konturen verhalfen. Gut amüsiert habe ich mich über den Staatsanwalt, der vor Gericht den Angeklagten in seinem Schlussplädoyer eine bessere Verteidigung geliefert hat, als dessen Verteidiger. Von diesem Fauxpas angestachelt, ist der junge Jim Ferraby dem Oberinspektor eine große Unterstützung, zumal er sich auch sehr für das Wohlergehen von Miss Leigh einsetzt, die er in sein Herz geschlossen hat. Diese bei Wallace beinah unvermeidliche Liebesgeschichte hat mich hier kaum gestört, da sie nicht zu sehr im Vordergrund stand, den Super mit seinen ungewöhnlichen Ermittlungen einnahm.

Dass ich bei Wallace den Täter nie vor der Aufklärung am Ende des Buches erkenne, daran habe ich mich längst gewöhnt, da der Ermittler über mehr Informationen verfügt als Wallace dem Leser mitteilt. Wie geschickt der Autor mich jedoch hinsichtlich des Charakters einer Person hinters Licht geführt hat, ist etwas Besonderes und dafür gibt es von mir einen Pluspunkt. Ansonsten ist die Geschichte recht geradlinig erzählt und auch nicht übermäßig anspruchsvoll geschrieben, wie ich es von Wallace kenne.

Da dieses Buch einer der besseren Romane ist, die ich vom englischen Meister bisher gelesen habe vergebe ich 3,5 von 5 Holzkisten dafür.

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