Terry Pratchett – Strata

Kin Arad ist Planetengestalterin. Gemeinsam mit ihrem Team gestaltet sie Planeten ganz nach Wunsch ihrer Kunden, wobei sie darauf achten muss, dass sich keiner ihrer Mitarbeiter einen Scherz erlaubt und beispielsweise zwischen Dinosaurierknochen ein Transparent gegen Atomtests unterbringt. Als eines Tages ein Mann in ihrem Büro auftaucht und erklärt, er habe eine völlig flache Welt entdeckt, auf der es Magier und Dämonen gibt, hält sie dies ebenso für einen Scherz wie die demonstrierenden Dinosaurier. Doch dann macht ihr der Mann ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann: diese Scheibenwelt selbst zu besuchen und ihre Geheimnisse zu ergründen.

Ich hatte mir dieses Buch gekauft, weil im Klappentext angegeben ist, dass Pratchett in diesem Buch seine berühmte Scheibenwelt erschaffen hat. An sich ist das durchaus richtig, allerdings hat dieses frühe Scheibenwelt, ein technisches Konstrukt, das von Unbekannten geschaffen wurde, nichts mit der späteren Scheibenwelt gemein, die auf dem Rücken von vier Elefanten ruht, die wiederum auf dem Panzer einer riesigen Schildkröte stehen. Obwohl Kin Arad und ihre beiden Begleiter, der vierarmige Kung Marco und die Shand Silver, die nach dem Absturz ihres Raumschiffs nach den Konstrukteuren der Scheibenwelt suchen, in der Hoffnung, dass diese ihnen eine Heimreisemöglichkeit verschaffen könnten, quer über die Scheibenwelt reisen, erfährt man kaum etwas über die Bevölkerung. Es kommt zwar zu Begegnungen mit Einheimischen und Dämonen, doch ist dabei noch nicht ansatzweise der Witz der späteren Scheibenwelt-Charaktere zu erkennen.

Die drei Hauptpersonen um Kin Arad bleiben dabei ebenso undurchsichtig wie die Handlung. Was eigentlich genau auf der Scheibenwelt vor sich geht und wer sie erbaut hat, bleibt sehr lange Zeit im Dunkeln und die drei Gestrandeten stolpern eher ziellos umher, nur geleitet von Ahnungen und dem, was sie dem Aberglauben der Scheibenwelt-Bevölkerung entnommen haben. Dadurch ist es etwas mühselig, der Handlung zu folgen, ist sie doch eher eine Aneinanderreihung von Episoden, nur zusammengehalten durch die Suche von Kin Ara, Marco und Silver nach einem Weg von der Scheibenwelt, als ein spannender durchgängiger Plot.

Insgesamt gesehen ist dieser Roman nur für diejenigen Leser interessant, die als Pratchett-Fans unbedingt wissen wollen, in welcher Art und Weise die Scheibenwelt ursprünglich das Licht der Welt erblickte. Alle anderen verweise ich lieber auf die richtigen Scheibenwelt-Romane, die bei Weitem besser strukturiert und auch humorvoller sind als dieses Frühwerk. Zu mehr als 2 von 5 Robotkellnern reicht es leider nicht.

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