Bichebois & Poli – Kind des Blitzes

Dieser Comic des französischen Duos Manuel Bichebois und Didier Poli umfasst bisher 3 Bände, die den ersten Zyklus bilden:

Der zweite Zyklus ist laut Vermerk am Ende des dritten Bandes bereits in Vorbereitung.

Hauptperson ist der junge Laith, der als Baby von einem Jäger im Wald neben der vom Blitz verkohlten Leiche seiner Mutter gefunden und adoptiert wurde. Er wuchs zusammen mit anderen Kindern der Dorfgemeinschaft aus, zeichnete sich aber durch einige ungewöhnliche Fähigkeiten aus, die immer wieder für Diskussionen sorgten. Als sich Laiths Vater dazu entscheidet, seinem Sohn die Wahrheit über seine Herkunft zu eröffnen und ihm einige blutrote Steine zu überreichen, die sein einziges Erbe darstellen, löst er damit eine Lawine aus, die nicht nur sein Dorf und dessen Bevölkerung unter sich begräbt, sondern das Schicksal von Königreichen beeinflusst. Die Blutsteine und Laiths Fähigkeit, unbewusst während eines Gewitters über die Blitze zu gebieten, wecken die Aufmerksamkeit eines benachbarten Königreichs, dessen Heerführer erst Laiths Dorf auslöscht und alle Kinder entführt und dann sogar seinen eigenen König stürzt, um ungestörter seinen Machtgelüsten nachgehen zu können.

Während die Geschichte im ersten Band größtenteils in Laiths Heimatdorf spielt, geht es in den beiden Folgebänden in die große Welt hinaus. Laith verfolgt seine entführten Freunde und kann sie schließlich retten. Allerdings ist seine eigene Vergangenheit für ihn immer noch voller Rätsel, weshalb er sich allein auf die Suche nach Antworten macht. Aus Angst um ihn folgen ihm seine Freunde, um nun wiederum ihn zu retten. Doch nicht alle sind glücklich über diese Entscheidung und erste Unstimmigkeiten beginnen die Atmosphäre in der Gruppe zu trüben. Diese Konflikte verleihen dem Handlungsstrang noch zusätzliche Dynamik, die  davor bewahrt, dass Laiths Freunde zu bloßen Statisten verkommen. Allerdings schützen sie Laith selbst nicht davor, dass er ziemlich blaß blieb und meist recht passiv agierte und sich eher von den Geschehnissen treiben ließ, bei denen oftmals der Zufall die Finger im Spiel hatte.

Ganz im Gegensatz dazu war der andere Handlungsstrang, der die Entwicklungen auf der höchsten politischen Ebene darstellt. In seinen Bestrebungen, Laiths Kräfte als Waffe einzusetzen und damit mehr Macht zu erringen, verfolgt der ehemalige Minister und spätere König Algard Laiths Spur quer durch die Lande und fängt darüber sogar einen Krieg mit dem benachbarten Königreich an. Die Intrigen und Kämpfe, die dadurch ausgelöst werden, haben mich weitaus mehr gefesselt als der Hauptstrang um Laiths Abenteuer und das, obwohl sie deutlich weniger Platz einnehmen.

Die Zeichnungen an sich sind insgesamt recht ansprechend. Die Personen sind alle menschenähnlich dargestellt, allerdings mit kleineren Abweichungen wie spitzen Ohren und eher katzenähnlichen Nasen. Dies sorgt in Verbindung mit den fremdartigen Orten für eine gewisse Exotik, die von einer passenden Farbgestaltung in gut harmonierenden ähnlichen Farbtönen unterstützt wird – so sind beispielsweise Wüstenszenen in Gelb- und Ockertönen gehalten, während im Wald ein schummriges Zwielicht aus Grüntönen vorherrscht. Obwohl die Hintergründe zumeist computeranimiert wirken, sind die Personen mit klaren Strichen gekennzeichnet und dadurch auch mit deutlichen Konturen versehen.

Insgesamt hat sich im Vergleich zum Auftakt der Reihe keine Steigerung abgezeichnet. Die Ausflüge in andere Gegenden sowie der Handlungsstrang um König Algard und die politische Ebene zählen zu den Pluspunkten, während Hauptperson Laith durch seine Konturlosigkeit und die zu häufig auftretenden Zufälle, die seinen Weg bestimmen, eher für  Unmut sorgt. Insgesamt gibt es von mir 2,5 von 5 Blutsteine.

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